INNOVATION: Call in the Chopper

Bluetooth-Hersteller paart Mini-Drohne mit einer iPhone-Steuerung

Eine durch vier Propeller angetriebene Überwachungsdrohne, wie sie schon länger bei Polizei und Militär in Erprobung ist, hat jetzt das Zeug zu einem neuen Spielgerät. Diese könnte sogar endlich die Behauptung der ewigen Nörgler gegenüber Videospielen entkräften, Gamer seien sozialisolierte Stubenhocker und höchstens für ein neues World of Warcraft-Addon oder Pizza aus dem Haus zu bekommen.

Auch wenn der Hersteller ->Parrot bislang eher im Bluetooth-Markt aufgefallen ist, macht er sich nun daran mit der Parrot AR.Drone im Bereich der Augmented Reality Games neue Maßstäbe zu setzen. Um das Fluggerät auch aus der Ferne steuern zu können, überträgt eine Kamera das Sichtfeld der Drohne auf das iPhone. Parrot verknüpft aber nicht nur das iPhone und die Flugmaschine technisch via Wi-Fi miteinander. Sie demonstrieren auch nicht bloß, wie schön sauber die Steuerung des Geräts mit dem iPhone accelerator durch die Neigung des Telefons und den Touch-Screen funktioniert.

Überflieger bald auch am Gaming-Himmel?

Nein, sie liefern sogar noch gleich zwei Spiele mit, bei denen man sich nur wundern kann, dass noch keine anderen Hersteller auf eine solche Idee gekommen sind. Auch einen Modus zum Duellieren mit anderen Spielern bietet das futuristische Fluggerät…

Eine Kamera an der Unterseite des Choppers misst laut Hersteller mit 60 frames in der Sekunde (fps) die Geschwindigkeit relativ zum Boden und soll  stationäre Flüge in nie dagewesener Genauigkeit ermöglichen. Das Parrot Smart Piloting (PSP) könne darüber hinaus auch Turbulenzen ausgleichen, wenn der Wind darauf einwirke. Die Kamera arbeite dabei mit einem Ultraschall-Höhenmesser zusammen.

Die an der Front eingesetzte Kamera ist nach den technischen Daten mit 15 fps für einen flüssigen Bildablauf etwas untermotorisiert. Allerdings ist sie das Kernelement für die spielerischen Eskapaden mit der Maschine, mit dem Bilder auf das iPhone gestreamt werden. Auf eine Entfernung von fünf Metern soll sie ihre Umgebung erfassen, Entfernungen bestimmen und Schüsse auf gegnerische Drohnen im Duellgefecht bewerten. Auch kann die Drohne bei der Ausgabe auf dem iPhone virtuelle Objekte in der Umwelt positionieren und mit der eigenen Bewegung abgleichen.

Grafisch und spielerisch noch ausbaufähig

Das Flugspielzeug in etwa so groß wie eine Standardgehwegplatte (0,5 x 0,5 m²), ist aber mit 300 Gramm ein echtes Leichtgewicht. Einzig die angegebene Flugdauer von maximal 15 Minuten erscheint für ein langfristiges Spielvergnügen ziemlich kurz. Da man wohl kaum in belebten Fußgängerzonen Luftkämpfe ausfechten kann, stellt sich die Frage, ob man für bloß eine Viertelstunde Dogfight sich überhaupt zu einem passenden, unbelebten Flecken aufmachen würde.

Sicherlich nur als erste Demonstrationen des spielerisch Möglichen sind die vom Hersteller entwickelten Spiele zu verstehen. So eindrucksvoll das Gerät und die technische Rafinesse bei der Erfassung von Objekten oder der Einblendung virtueller Spielelemente auch ist, grafisch ist – um es freundlich und fliegerisch auszudrücken – nach oben noch alles offen. Allerdings werden findige iPhone-Entwickler wohl bald ausgereiftere Titel nachschieben, wenn das Gerät sich erfolgreich verkauft.

Bei der „Robot“ Game Demo attackiert der Spieler mittels Drohne und iPhone einen Roboter und muss geschickt dessen Schüssen auf die Drohne ausweichen. Erst wenn der Schwachpunkt des Bleckgiganten ausgemacht ist, können Raketen ihn in Altmetall verschrotten. Gegen virtuelle Drohnen zieht der Spieler im  „Drone War“, dem zweiten der Demo-Games, in den Kampf. Dabei steigern sich Stärke und Anzahl der eingeblendeten Angreifer zunehmend. Besonders spannend verspricht aber die Variante der Multiplayer-Duelle zu werden, in denen zwei Spieler über ihre iPhones ihre Drohnen zum Gefecht antreten lassen. Dabei kann natürlich bei allen Spielen, die durch die Kameras eingespeiste Umgebung zum Beispiel zur Tarnung genutzt werden oder um überraschend aus dem Hinterhalt anzugreifen. Eine bemerkenswerte Schöpfung.

Wenn man sich allerdings die Features dieses Gerätes so genau besieht, dann muss man wohl leider zu dem Schluss kommen, dass sich bei seinem Erscheinen nicht nur das Gerät, sondern auch sein Preis in himmlischen Höhen befinden wird. Da werden potentielle Interessenten vermutlich eher auf dem Boden bleiben.

2 Gedanken zu „INNOVATION: Call in the Chopper“

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