NEWS: Die Welt ist nicht genug!

Sony hebt die Augmented Reality auf ein neues Niveau

Unter den zahlreichen Schlagzeilen über die Hackerangriffe auf das ->Playstation-Netzwerk, den Diebstahl von Nutzerdaten und Millionenverlusten versank nahezu eine Meldung, nach Forscher von Sony eine neue Stufe der Augmented Reality erreichten.

Augmented Reality (AR) bezeichnet Technologien, die mit Hilfe von Kameras die Umwelt einfangen und diese dann – beispielsweise in Smartphones – mit zusätzlichen Informationen anreichern. Den Begriff ins Deutsche zu übersetzen, gestaltet sich holprig. Am ehesten passt wohl, von einer „angereicherten Realität“ zu schreiben.


Nicht nur digitale Spiele,auch andere Wirtschaftszweige profitieren von AR: LEGO setzt eindrucksvoll seine Modelle in Szene

Über ein paar Beispiele zu dieser Technologie berichtete KEIMLING bereits unter dem Titel ->INNOVATION: Call in the Chopper und -> NEWS: Verbesserte Realität.

Nun sind den Forschern bei Sony wesentliche Verbesserungen bisheriger Prinzipien gelungen, die im Gegensatz zu früheren Konzepten vielleicht einen Durchbruch am Markt erzielen könnten. Sonys Handys können die Technologie bereits anwenden…

Unter anderen, teils auch aufwändigeren Spielprinzipien erwuchsen vor zwei Jahren für die ->PSP und den ->Nintendo DSi kleine Tierchen aus Pappkarten, die der Spieler in seiner Umgebung platzieren konnte. Zuletzt konnten Spieler des Kartenspiels ->Eye of Judgement kleine Viecher auch gegeneinander kämpfen lassen, da die Spielkarten sich unter der Eye-Kamera der Playstation3 in Minimonster verwandelten. Zugegeben, der Titel floppte, die Server sind runtergefahren.

Drachen auf dem Küchentisch - AR sorgt für aufregende Anwendungskonzepte
Drachen auf dem Küchentisch - AR sorgt für aufregende Anwendungskonzepte, hier im Kartenspiel 'Eyes of Judgement'

Die dahinter stehenden Prinzipien sind jedoch nach wie vor reizvoll. Werber würden sich freuen, wenn mit Handys abgefilmte Flächen in Städten dreidimensionale Werbung offenbarten. Architekten könnten Modellentwürfe auf den Konferenztisch projezieren. Und natürlich sind reichlich Anwendungen im spielerischen Bereich denkbar.

Bisher waren die Technologien immer an Symbole gebunden und zeigte Schwächen, sobald das Trägersymbol verrückt oder die Konsolenkamera bewegt wurde. Sony will nun erreicht haben, dass diese Einschränkungen nicht mehr existieren. Offenbar arbeitet „Smart AR“ ohne Markierungen wie Barcodes oder Symbole. Darüber hinaus sei es gelungen, die Umgebung selbst bei hoher Geschwindigkeit von Bewegungen stabil mit der Animation zu verknüpfen. Basieren soll die Technologie auf Sonys Erkennungssoftware zur Raumerfassung, die auch Roboter des Konzerns orientieren lässt.


Sony zeigt, was die Technologie kann - Anwendungen in Spiel und Wirtschaft

In der gegenwärtigen Demo wirkt alles grafisch noch ein wenig unbeholfen, eindrucksvoll ist dieser Schritt dennoch, zumal das System in der Lage sein soll, viele gewöhnliche Umgebungsobjekte wie Fotos oder Poster zu erkennen. Deren Positionen seien sogar dann dem System bewusst, wenn sie aus dem Sichtfeld der Kamera verschwänden.

Es muss dennoch bezweifelt werden, dass dieser Schritt allein ausreicht, um Spielenden und alltäglichen Anwendern die angereicherte Realität schmackhaft zu machen. Neben der Hardware sollte Sony schleunigst auch zugängliche Software zur Anwendungserstellung veröffentlichen, die Entwickler aus Spieleindustrie und Medienbranche aufgreifen können.

Sonst könnte trotz dieses technischen Fortschritts auch der zweite Anlauf von AR im Nirvana verschwinden. Und es wäre doch schade, wenn wir unsere Welt nicht ein bisschen anreichern könnten.

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