INNOVATION: Beyond Infinity

15 Minuten einer Tech-Demo für die Grafik-Engine eines Weltraum-MMOGs versetzen in Staunen

Das Genre der Weltraumspiele ist nicht gerade für grafische Hochleistungen bekannt. Trotz aller durch Beleuchtungseffekte inszenierten Staubwolken besteht das All nun mal vorwiegend aus leerem Raum. Es bedarf keiner aufwändig zu berechnenden Bäume, die im Wind wogen. Ein von Eiswüsten geprägtes ->Lost Planet oder tropisch überwuchertes Eiland in ->Crysis vermögen da natürlich mehr zu beeindrucken. Vermutlich auch deswegen finden sich die meisten heutigen Science-Fiction-Titel eher auf dem Boden von Planeten wieder wie zum Beispiel bei ->Mass Effect, bei dem die Reisen im Weltraum auf eine Sternenkarte umgezogen sind und das Attribut „action“ nicht mehr verdienen.

Infintiy - dieser Name wird Programm...

Allen Weltraumactionspielen, in denen man tatsächlich aktiv das All bereisen kann, ist jedoch gemeinsam, dass der Kosmos beschränkt wirkt. Auch wenn man meist an Raumstationen andocken konnte, die sehr statisches Innenleben preisgaben, war an Besuche von Planetenoberflächen nicht zu denken.  Landeanflug und Überflüge fanden höchstens in animierten Sequenzen statt, wenn man nicht gar an eine unsichtbare Grenze über einer Bitmapkugel prallte oder gleich verglühte. Diese sinnfreien Beschränkungen waren stets den technischen Gerüsten der Spiele geschuldet.

Wenn es nach dem Willen der Entwickler von ->Infinity: A Quest for Earth geht, sollen sie in naher Zukunft auch der Vergangenheit angehören. Eine Viertelstunde zeigt die Engine des Spieles beeindruckend, was sie kann…

Die grafische Perle „Dark Star One“ von 2006 (KEIMLING stellte es in ->RETRO: Pimp my Flight vor) war das letzte große Offline-Actionspektakel zwischen Planetenringen und Raumstationen, nur am Rande führten Missionen auch auf die Planeten hinunter. Das Genre ist mittlerweile vollständig ins Netz gewandert, angeführt von dem langjährigen Vertreter ->Eve Online, wo allerdings weit mehr wert auf ausufernde Handelssyteme und komplexe Fraktionskämpfe gelegt wird, als Anhängern des Actiongenres beliebt. Das Browserspiel ->Dark Orbit hingegen zwängt das Weltall in eine etwas befremdliche Zweidimensionalität, immerhin aber ansehnlich animiert. Andere webbasierte Spiele greifen dagegen noch immer auf schlichte HTML-Gerüste zurück (->Ogame). Angekündigte, aufwändigere Titel, die wie Infinity als MMOPGs produziert werden, wie ->Jumpgate von NetDevil und Codemasters oder -> Black Prophecy von Reakktor Media, lassen trotz langer Entwicklungszeit weiter auf sich warten.

Die unnatürlichen Beschränkungen bisheriger Spiele will nun die Grafik-Engine von  Infinity endlich ändern. Die 15 Minuten dauernde Technik-Demo der Entwickler, bei der ->Gamestar zu sehen, zeigt den Weltraumflug eines Schiffes mit Spiegel- und Beleuchtungseffekten – bei aller Schönheit alles nicht sonderlich innovativ.  Der nahtlose Übergang zwischen Weltraum und dem Eintauchen in die Atmosphäre eines Ringplaneten mit dem Überflug einer gebirgigen Landschaft beeindruckt da viel mehr. Er zeigt, was bisher in dieser Art Spiel gefehlt hat. Beim Gleiten in verschiedenen Höhen durch die Landschaft fällt auf, dass sogar die Ringe des Planeten, die das Schiff beim Landen passierte, von der Oberfläche des Planeten aus korrekt dargestellt werden.

Allerdings handelt es sich ja auch noch um eine frühe Demonstration, die keine anderen Spieler auf der Planetenoberfläche oder Gebäude darstellen muss. Ob später für eine glaubwürdige Darstellung der Spielumgebung die Übertragungsrate im Netz ausreichen wird, kann also noch nicht beantwortet werden. Eindrucksvoll bleibt der Film dennoch. Allerdings bietet dieses Filmchen auch noch keine Bäume auf dem Planeten – vielleicht muss es ja auch etwas geben, was Crysis einfach besser darstellen kann.

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