KOMMENTAR: Code-Meister preist Softwarehappen ein

Interview mit Codemasters zur Zukunft des Spiele-Marktes

In einem außerordentlich lesenswerten Interview von Phil Eliott auf der Webseite des Branchendienstes -> gamesindustry.biz legt der Chef von Codemasters, Rod Cousens, seine Meinung über die Entwicklungen der Spielebranche in den nächsten Jahren dar.

Interessante Erkenntnisse dabei sind die Überlegungen, dass Videospiele günstiger werden müssen. Eine Feststellung, die auch aus der Richtung von EA bereits zu hören war. Allein, gehandelt wurde bisher nicht.

Im Gegenzug, so äußert Cousens, würden die Spiele vermutlich in der Zukunft eher unfertig auf den Markt kommen, dafür jedoch weniger kosten. Wer allerdings den Abspann auf seinem Monitor laufen sehen will, müsse bereit sein für mehrere Download-Pakete finanziell nachzulegen.

Dazu gibt es einiges zu erwidern…

Zusatzinhalte würden sich die Firmen ohnehin schon heute vergolden lassen. Entwickler würden daher in Zukunft direkter mit dem Kunden in Kontakt treten und sich für die runterzuladenden Extra-Pakete, den Umweg über den Handel sparen.

Letztere Einschätzungen sind nach Meinung von KEIMLING nicht neu, hat digitale Distribution aus den Eigeninteressen der Entwickler natürlich eine wesentliche Funktion in der Zukunft. Mehr Geld in der Kasse des Entwicklers ist natürlich auch für die Spiele gut – keine Frage. -> Valve hat schließlich mit der Internet-Plattform -> Steam gute Erfahrungen gemacht und anfängliche kritische Stimmen nach und nach verstummen lassen.

Mit Hinblick auf viele unfertig auf den Markt geworfenen Spiele wie z.B.der Flickenteppich -> Stalker – Clear Sky, die viel zitierte Bug-Bombe -> Gothic 3 und andere möchte man sarkastisch hinzufügen, dass die von Cousens für die Zukunft prophezeite Praxis, unfertige Spiele in die Händlerregale zu stellen, schon lange eingekehrt ist. Neu allerdings ist den Ausführungen, dass die Entwickler dies in Zukunft als Methode und nicht mehr als lästiges Ärgernis behandeln wollen.

Und zum Zweiten: auch die früheren Auslieferungen von Zusatzmaterial in Form von DLCs, also Download-Contents, standen in keinem ausgewogenen Verhältnis zwischen Content und Preis. Ob man dafür nun die überteuerten Zusatzinhalte von -> Battlefield2, -> Oblivion oder jüngst von -> Mass Effect betrachtet, macht da eigentlich keinen Unterschied.

Entscheidend wird also sein, in welcher Form diese Ankündigungen von Cousens in der Branche umgesetzt werden. Für sinnvolle Erweiterungen einer Spielwelt mit angemessenem Preis kann sich jeder Spieler sicherlich vorstellen, das Geldsäckel in die Hand zu nehmen. Jedenfalls, wenn die Hersteller klar auf die Packungen schreiben, was einen nach der Installation erwartet.

Sollte hingegen mitten in der Schlacht ein Schild aufleuchten, man möge doch etwas Kleingeld in den USB-Münzschlitz werfen, wird sich die Zukunft in den Augen von Cousens wohl nicht durchsetzen. Die Leidensfähigkeit von Kunden der Unterhaltungselektronik ist vermutlich begrenzt.

6 Gedanken zu „KOMMENTAR: Code-Meister preist Softwarehappen ein“

  1. von DLC halte ich wenig…. damit bietet man den Herstellern noch mehr möglichkeiten, kosten in ihrem Spiel zu verstecken. In den meisten fällen wird das resultat folgendes sein: Abzocke!!!

  2. DLC ist in seiner jetzigen Form in der Regel absolut erschwinglich. Siehe Dragon Age. Für 5 Euro kriegt man etwa 3 Stunden Quest, meiner Meinung nach ein durchaus rentabler Tausch.
    Aber jedem das Seine

  3. Sicherlich ist das Rennen zwischen den zwei möglichen Wegen noch nicht gelaufen. Entweder baut die Industrie in naher Zukunft DLC zu einem kundenfreundlichen Instrument mit sinnvollem Preis-Leistungsverhälnis aus, oder DLC führt zu einem mit unfertigen Spielen überschwemmten Markt, die nach und nach gegen Gebühren gesundgepatcht werden.
    Ersterer Weg ist wahrscheinlich auch für die Industrie besser, ist DLC doch eigentlich der erste vernünftige Kopierschutz, von dem auch die Kunden profitieren. Wenn Entwickler und Publisher klug sind, nutzen sie diese Win-Win-Situation.

  4. interressante Kolumne, auch wenn ich nicht mit allem, was drinnen steht, übereinstimme, bin ich im Grunde auch gegen die (meist zu überteuerten) DLC’s

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