REPORT VOR ORT: Reich mal den Schrauber rüber

In zwei Vorträgen erkläre ich, was Historiker an Videospielen interessiert

Erst seit wenigen Jahren befassen sich Historiker wirklich nennenswert mit Videospielen als einem wissenschaftlichen Gegenstand. Lange Jahre wurde das Thema höchstens argwöhnisch aus dem Elfenbeinturm beäugt und belächelt. Dass sie wesentliche Transportmittel historischer Bilder und Vorstellungswelten für breite Schichten der Bevölkerung darstellen, wurde einfach ignoriert. Nun aber befasst sich die Geschichtswissenschaft mit all ihrem Instrumentarium auf verschiedenen Ebenen endlich mit Videospielen, auch wenn am Anfang dieser jungen Disziplin noch viele Grundlagen zu erarbeiten sind. Unter anderem fehlt noch ein spezifisch auf die digitalen Spiele zugeschnittenes Instrumentarium, um sie als historische Inszenierung zu analysieren – ein Werkzeugkasten.

Offizieller Flyer der 5. Nacht des Wissens
Offizieller Flyer der 5. Nacht des Wissens

In der 5. ->“Nacht des Wissens“ am 2. 11. 2013 ab 17 Uhr an der Universität Hamburg werde ich daher vor öffentlichem Publikum in zwei Vorträgen erläutern, wie Historiker Videospiele untersuchen, wie sie diese zu verstehen versuchen und wie die Wissenschaft sogar von ihnen lernen kann. Der Eintritt in alle Veranstaltungen der „Nacht des Wissens“ ist frei. Mein Vortrag wird um 17.30 Uhr und 21.00 Uhr in Hörsaal K des Hauptgebäudes an der Edmund-Siemers-Allee 1 stattfinden. Zudem trete ich mit vier meiner Studierenden aus dem letzten Semester in Raum 125 des Hauptgebäudes ihren Fragen und Anmerkungen entgegen. Die Studierenden präsentieren dort ihre besonders gelungenen Seminararbeiten, in denen sie jeweils ein Videospiel mit historischem Kontext in einem Blog ausgewertet haben…

In dem allgemein verständlichen Vortrag unter dem Titel „Ein Werkzeugkasten für historische Videospiele“ wird es zuerst kurz darum gehen, was die Forschung – entgegen vieler Vorurteile – nicht will: Ermahner und Oberlehrer sein. An vier Beispielen zeige ich dann, welche historischen Elemente in Videospielen auftreten und mit welchen wissenschaftlichen Perspektiven Historiker auf diese sehen. Um zu verstehen, was genau uns Historiker eigentlich an diesen Spielen interessiert, erkläre ich die vier hauptsächlichen Themenfelder. Schließlich stelle ich auszugsweise Bestandteile des Werkzeugkastens vor, mit dessen Instrumenten die Analyse von Videospielen wissenschaftliche erfolgen kann. Mit Hinweisen darauf, was uns als Forscher die Ergebnisse unserer Arbeit nützen und für wen sie noch nützlich sind, schließe ich. Wenn Sie Lust und Zeit haben, kommen Sie gerne zu meinem Vortrag.

Sie können mir jedoch auch den ganzen Abend ihre Fragen stellen. Besuchen Sie uns dafür gerne in Raum 125 des Hauptgebäudes. Dort beteilige ich mich mit vier meiner Studierenden aus dem Kurs des letzten Sommersemesters an einer Projektgruppe. In Raum 125 des Hauptgebäudes an der Edmund-Siemers-Allee stehen wir gemeinsam zu meinem Seminar aus dem Sommersemester Rede und Antwort. Wir erklären dort das Konzept das Seminars „Die Vereinbarkeit des Unvereinbaren… Der Umgang von digitalen Spielen mit der Geschichte“, seinen Verlauf und unsere Ergebnisse. Dieses Jahr kooperiere ich mit Frau Prof. Rüthers und ihrem Mitarbeiter Lutz Schröder, die im vergangenen Semester einen Kurs zu einem verwandten Thema anboten. Wir werden dort eine Vielzahl von Studierenden zusammenbringen, die der Faszination des Historischen in Videospielen erlegen sind.

Exemplarisch zeigen wir dort auch vier besonders gelungene Seminararbeiten, welche die Studierenden meines Seminars in Form eines Blogs erstellt haben. Darin analysierten sie je ein Videospiel bezüglich seiner historischen Inhalte: ->Age of Empires – Online (Michael Hallbauer), ->Call of Duty: World at War (Ana-Norina Stute), ->Die Sims – Mittelalter (Sabrina Tobien) und ->Assassin’s Creed (Lisa Vanhoefer). Im Seminar hatten wir auch Vorschläge für Werkzeuge entwickelt, mit denen man sich Videospielen nähern kann.

Wir freuen uns auf Ihren Besuch.

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