{"id":716,"date":"2010-11-08T16:32:32","date_gmt":"2010-11-08T14:32:32","guid":{"rendered":"http:\/\/www.niconolden.de\/keimling\/?p=716"},"modified":"2010-12-14T10:52:15","modified_gmt":"2010-12-14T08:52:15","slug":"kommentar-die-mauer-in-den-kopfen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.niconolden.de\/keimling\/?p=716","title":{"rendered":"KOMMENTAR: Die Mauer in den K\u00f6pfen"},"content":{"rendered":"<h3 class=\"headline_sub\">Sein Serious Game &#8222;1378km&#8220; zur innerdeutschen Grenze bringt Medienstudenten Jens Stober vor den Staatsanwalt<\/h3>\n<p>Auf 1378 Kilometern spannte sich einst ein Vernichtungsapparat quer durch Deutschland, der als Teil des &#8222;Eisernen Vorhangs&#8220; zwischen sowjetischer und westlicher Machsph\u00e4re einen gewaltigen Teil der Deutschen in einem repressiven Gewaltstaat einpferchte. Schon zwanzig Jahre nach dem Fall der Mauer scheint jedoch in vielen K\u00f6pfen die <strong>Erinnerung <\/strong>an die Umenschlichkeit dieses Bauwerks zu verblassen. Noch immer h\u00e4lt sich zudem in linken Kreisen hartn\u00e4ckig das aberwitzige Mentalkonstrukt eines &#8222;antifaschistischen Schutzwalles&#8220; als apologetische Verniedlichung einer Vernichtungszone, auch wenn dort die Machthaber der DDR Gr\u00e4ueltaten befahlen, welche schlichte Grenzsoldaten ausf\u00fchren sollten.<\/p>\n<figure id=\"attachment_681t\" aria-describedby=\"caption-attachment-681t\" style=\"width: 500px\" class=\"wp-caption alignleft\"><br \/>\n<object width=\"500\" height=\"306\" data=\"http:\/\/www.youtube.com\/v\/I5vghf6pJw0?fs=1&amp;hl=de_DE&amp;color1=0x234900&amp;color2=0x4e9e00\" type=\"application\/x-shockwave-flash\"><param name=\"allowFullScreen\" value=\"true\" \/><param name=\"allowscriptaccess\" value=\"always\" \/><param name=\"src\" value=\"http:\/\/www.youtube.com\/v\/I5vghf6pJw0?fs=1&amp;hl=de_DE&amp;color1=0x234900&amp;color2=0x4e9e00\" \/><param name=\"allowfullscreen\" value=\"true\" \/><\/object><figcaption id=\"caption-attachment-681t\" class=\"wp-caption-text\">1378km langes Unrecht<\/figcaption><\/figure>\n<p>Vielleicht gerade weil es heute denjenigen, die nach der Zeit des Kalten Krieges geboren wurden, schwerf\u00e4llt, solche Absurdit\u00e4ten in der deutschen Geschichte nachzuempfinden, verblasst die Erinnerung. So hat sich <a title=\"Jens M. Stober - Private Seite\" href=\"http:\/\/www.elorx.com\/\" target=\"_blank\">-&gt;Jens Stober<\/a>, ein Student f\u00fcr Medienkunst an der Karlsruher Hochschule f\u00fcr Gestaltung (HfG), ein hehres Ziel gesetzt. Deutsche <strong>Geschichtsaufarbeitung <\/strong>soll in Kreise getragen werden, die mit herk\u00f6mmlichen Methoden eher nicht erreicht werden. In einem Serious Game, das mit der sogenannten <a title=\"Source Enginge @ Valve.com\" href=\"http:\/\/source.valvesoftware.com\/\" target=\"_blank\">-&gt;Source-Engine<\/a> die innere Technik des Shooters <a title=\"Half Life 2 @ Valve.com\" href=\"http:\/\/orange.half-life2.com\/\" target=\"_blank\">-&gt;Half-Life 2<\/a> verwendet, sollten Videospieler selbst erfahren k\u00f6nnen, in welcher menschenverachtenden Grausamkeit sich die deutsche Geschichte an der innerdeutschen Grenze manifestierte.<\/p>\n<p>In dem kostenlosen &#8222;Spiel&#8220;, das mit dem Titel\u00a0 &#8222;1378km&#8220; die L\u00e4nge der innerdeutschen Grenze aufgreift, k\u00f6nnen die Nutzer sich im Jahr 1976 f\u00fcr die Seite der Fl\u00fcchtlinge entscheiden oder als Grenzsoldat die Wache auf dem Turm \u00fcbernehmen. Erstere versuchen die Flucht, letztere k\u00f6nnen auf die Fl\u00fcchtenden anlegen. T\u00f6dliche Treffer jedoch f\u00fchren den Sch\u00fctzen nicht zu ruhmreichen Ehren durch die Partei, sondern mit einem Zeitsprung in seinen eigenen virtuellen <strong>Mauerprozess <\/strong>im Jahr 2000, in dem er sich f\u00fcr seine Taten verantworten muss.<\/p>\n<p>Indes gedankt wurde ihm diese\u00a0 innovative Geschichtsaufarbeitung nicht &#8211; reflexartig stimmten  vergleichbare S\u00e4nger aus Politik und Bildung wie bei den uns\u00e4glichen Killerspiel-Debatten in das <strong>Lamento <\/strong>ein, das\u00a0 Spiel sei &#8222;geschmacklos und dumm&#8220; (Gesine L\u00f6tzsch, Die Linke), &#8222;makaber und skandal\u00f6s&#8220; (Markus Meckel, SPD) sowie &#8222;eine Verh\u00f6hnung der Opfer&#8220; (Helmut Rau, Medienminister der CDU in Baden-W\u00fcrtteemberg ). Nun droht dem Studenten und seinem Projekt sogar eine Strafverfolgung wegen Gewaltverherrlichung.<\/p>\n<p><!--more-->Allen voran goutierte die Bild auf ihrem \u00fcblichen Niveau die Bildungsbem\u00fchungen des Studenten als &#8222;widerw\u00e4rtig&#8220; (<a title=\"1378km @ bild.de\" href=\"http:\/\/www.bild.de\/BILD\/news\/2010\/09\/28\/todesstreifen-online-spiel\/computergame-simuliert-todesschuetzen-grenzsoldaten-fluechtlinge.html\" target=\"_blank\">-&gt;&#8220;So widerw\u00e4rtig! Die Morde am Todesstreifen als Online-Spiel&#8220;<\/a>, in: bild.de). Nat\u00fcrlich \u00e4u\u00dferten sich alle Beteiligten &#8211; wie gewohnt &#8211; in v\u00f6lliger <strong>Unkenntnis <\/strong>des Lehrspieles oder des Ansinnens seines Sch\u00f6pfers &#8211; schlie\u00dflich ist es noch nicht einmal ver\u00f6ffentlicht. Und trotzdem gen\u00fcgte Hubertus Knabe, dem Leiter der Stasi-Gedenkst\u00e4tte in Hohensch\u00f6nhausen, sein gegenw\u00e4rtiger Wissensstand offenbar schon, um angeblich Strafanzeige bei der Staatsanwaltschaft Berlin einzureichen (<a title=\"1378km @ golem.de\" href=\"http:\/\/www.golem.de\/1009\/78324.html\">-&gt;&#8220;Anzeige gegen Grenzzaun-Actionspiel&#8220;<\/a>, in: golem.de vom 30. September 2010).<\/p>\n<p>Dabei spart das Spiel, so beteuert sein Sch\u00f6pfer, nicht mit begleitenden Informationen zur damaligen politischen Situation, und auch die Unterbrechung des Geschehens entspricht nicht gerade dem, was man etwa bei einem Entertainment-Titel an nat\u00fcrlichem Spielfluss erwarten w\u00fcrde. Einen <strong>Unterhaltungstitel <\/strong>zu vermuten, in dem &#8222;Kinder und Jugendliche dazu eingeladen werden, &#8218;Grenzverletzer&#8216; zu erschie\u00dfen&#8220; (Bundesstiftung Aufarbeitung laut bild.de), offenbart best\u00fcrzenden Unwillen, sich mit den Zielsetzungen dieser Form der Geschichtsdarstellung auseinanderzusetzen.<\/p>\n<p>Gerade weil sich die Erinnerung nur lebendig halten l\u00e4sst, wenn auch j\u00fcngere Generationen sich bewusst mit einem Thema wie der innerdeutschen Grenze besch\u00e4ftigen, geb\u00fchrt dem Studenten im Gegenteil tiefer Dank f\u00fcr den Versuch einer modernen Form interaktiver <strong>Geschichtsvermittlung<\/strong>. Hunderte Tote waren die Folge dieser Menschen verachtenden Grenzkonstruktionen; hunderte Menschen, die sich nichts anderes zuschulden kommen lie\u00dfen, als sich nach Freiheit zu sehnen. Erst j\u00fcngst im August korrigierte das <a title=\"Museum am Checkpoint Charlie - Offizielle Seite\" href=\"http:\/\/www.mauermuseum.de\/index.htm\" target=\"_blank\">-&gt;Museum am Checkpoint Charlie<\/a> die Zahl der nachgewiesenen Mauertoten nach oben, nicht ohne darauf hinzuweisen, dass auch die j\u00fcngste Aufstellung ein Zwischenstand fortlaufender Recherchen sei (<a title=\"Opferzahlen @ ntv.de\" href=\"http:\/\/www.n-tv.de\/politik\/Opferzahl-korrigiert-article1253146.html\" target=\"_blank\">-&gt; &#8222;46 Mauertote mehr. Opferzahl korrigiert&#8220;<\/a>, in: ntv.de, 11. August 2010). Dies nicht zu vergessen, schulden wir den Opfern.<\/p>\n<figure id=\"attachment_681o\" aria-describedby=\"caption-attachment-681o\" style=\"width: 500px\" class=\"wp-caption alignleft\"><br \/>\n<object width=\"500\" height=\"400\" data=\"http:\/\/www.youtube.com\/v\/WXNM70sbSRI?fs=1&amp;hl=de_DE&amp;color1=0x234900&amp;color2=0x4e9e00\" type=\"application\/x-shockwave-flash\"><param name=\"allowFullScreen\" value=\"true\" \/><param name=\"allowscriptaccess\" value=\"always\" \/><param name=\"src\" value=\"http:\/\/www.youtube.com\/v\/WXNM70sbSRI?fs=1&amp;hl=de_DE&amp;color1=0x234900&amp;color2=0x4e9e00\" \/><param name=\"allowfullscreen\" value=\"true\" \/><\/object><figcaption id=\"caption-attachment-681o\" class=\"wp-caption-text\">Eingemauert - ein halbes Volk als Geisel<\/figcaption><\/figure>\n<p>In diesem Zusammenhang darf man auch nicht vergessen, dass immer mehr junge Menschen nicht einmal mehr in der Zeit des Ost-West-Konfliktes geboren wurden. Ihre <strong>Ber\u00fchrungen <\/strong>mit der deutsch-deutschen Geschichte sind nur noch minimal. Geschichten von abgebrochenen Flussbr\u00fccken, vom Zoll durchw\u00fchlten Weihnachtspaketen, durch die Mauer getrennten Enkeln und Gro\u00dfeltern oder gar Gro\u00dfm\u00e4chten, die mit Panzern inmitten von Berlin standen, erscheinen \u00e4hnlich weit weg wie die Gr\u00e4uel des Dritten Reiches.<\/p>\n<p>Dieses Spiel wird h\u00f6chstwahrscheinlich keinen Museumsbesuch am Checkpoint Charlie oder einen fundierten Geschichtsunterricht an den Schulen ersetzen k\u00f6nnen &#8211; und will es auch nicht. Aber es vermag, Jugendliche in einem ihrer <strong>Leitmedien <\/strong>f\u00fcr das Thema einzufangen und zu sensibilisieren. Allein schon, dass auf einschl\u00e4gigen Gaming-Seiten die Foren vor ausf\u00fchrlichen Beitr\u00e4gen zur Diskussionen platzen, zeigt, dass es einen Dienst f\u00fcr die Erinnerung an die Maueropfer bereits leisten konnte.<\/p>\n<p>Nat\u00fcrlich darf man und sollte man dar\u00fcber streiten, ob mit dem vorgestellten Projekt ein sinnvoller Weg ausgesucht wurde, Geschichte zu pr\u00e4sentieren. Es ist die Frage erlaubt, ob sich der Kunststudent gen\u00fcgend geschichtswissenschaftlichen <strong>Sachverstand <\/strong>angelesen oder ins Boot geholt hat, um das physische Umfeld wie auch die politisch-historischen Hintergr\u00fcnde ad\u00e4quat vermitteln zu k\u00f6nnen. Welche didaktischen Konzepte liegen dem Serious Game zugrunde? Versteht Stober es mehr als Kunstprojekt ohne viel &#8222;schm\u00fcckendes&#8220; Hintergrundbeiwerk, oder will er eine historische Lernumgebung schaffen?<\/p>\n<p>Einen solchen Fragenkatalog kann man erst beantworten, wenn der Diskussionsgegenstand tats\u00e4chlich vorliegt. Doch dem ist nicht so. Ersch\u00fcttert von der &#8222;widerw\u00e4rtigen&#8220; Berichterstattung \u00fcber sein Projekt, hat Stober zun\u00e4chst die f\u00fcr den 3. Oktober 2010 geplante Ver\u00f6ffentlichung aufgeschoben. Niemandem n\u00fctzt vorschnelle populistische Videospiele-Keile, weder den Opfern der Mauerdiktatur, noch dem Erproben von Innovationen in der geschichtswissenschaftlicher Didaktik. Schon gar nicht n\u00fctzt das moralistische <strong>Gepl\u00e4rre <\/strong>der Erinnerung und Bew\u00e4ltigung deutscher Vergangenheit. Au\u00dferordentlich verwerflich ist es zudem, Stober sein Bem\u00fchen um eine w\u00fcrdige Behandlung des Themas mit der Staatsanwaltschaft zu vergelten und trotz Unkenntnis der eigentlichen Software und ihrer begleitenden Dokumentation unfl\u00e4tigen Begriffen auszusetzen.<\/p>\n<figure id=\"attachment_681s\" aria-describedby=\"caption-attachment-681s\" style=\"width: 500px\" class=\"wp-caption alignleft\"><br \/>\n<object width=\"500\" height=\"400\" data=\"http:\/\/www.youtube.com\/v\/hVZX41xgK0I?fs=1&amp;hl=de_DE&amp;color1=0x234900&amp;color2=0x4e9e00\" type=\"application\/x-shockwave-flash\"><param name=\"allowFullScreen\" value=\"true\" \/><param name=\"allowscriptaccess\" value=\"always\" \/><param name=\"src\" value=\"http:\/\/www.youtube.com\/v\/hVZX41xgK0I?fs=1&amp;hl=de_DE&amp;color1=0x234900&amp;color2=0x4e9e00\" \/><param name=\"allowfullscreen\" value=\"true\" \/><\/object><figcaption id=\"caption-attachment-681s\" class=\"wp-caption-text\">Missgeleitet oder missverstanden? - Jens Stober<\/figcaption><\/figure>\n<p>So ist es denn auch Jens Stober, dem KEIMLING das geb\u00fchrende (vorl\u00e4ufige) Schlusswort in dieser Debatte einr\u00e4umt. Auf der Webseite\u00a0 <a title=\"1378km - Offizielle Seite\" href=\"http:\/\/www.1378km.de\/\" target=\"_self\">-&gt;www.1378km.de<\/a> kritisiert er bei den Anfeimdungen seines Projektes, dass ein wesentlicher Teil der Kritik sich auch auf das von ihm gew\u00e4hlte<strong> Medium Computerspiel<\/strong> beziehe. Dabei werde zu schnell geurteilt, ohne Videospiele genauer zu betrachten. Ihm komme es darauf an, &#8222;einer jungen Generation mit Hilfe ihres Leitmediums interaktiven Zugang zur j\u00fcngsten deutschen Geschichte zu erm\u00f6glichen.&#8220;<\/p>\n<p>&#8222;Im Computerspiel habe ich&#8220;, f\u00e4hrt Stober fort, &#8222;selbst die Kontrolle \u00fcber mein Verhalten und meine Reaktionen auf in <strong>Echtzeit <\/strong>stattfindende und sich ver\u00e4ndernde Situationen.&#8220; Dies unterscheide das Medium elementar von einem Dokumentarfilm. Dass das Spiel 1378(km) in der Rolle des \u201eGrenzsoldaten\u201c zwinge, \u201eFl\u00fcchtlinge\u201c zu erschie\u00dfen, weist der Student von sich, denn: &#8222;Es l\u00e4sst Wahlm\u00f6glichkeiten. Gewinnen kann man bei 1378(km) nur, wenn man nicht schie\u00dft. Die Regeln des Spiels sind von der innerdeutschen Grenzsituation inspiriert. Grenzanlagen, Todesstreifen und Schie\u00dfbefehl machen die Brutalit\u00e4t des Spiels aus.&#8220;<\/p>\n<p>Damit ist es eben nicht so, wie man dem Entwickler unterstellt, dass Stober eine Plattform schaffe, in der verrohte Spieler morbide Gel\u00fcste ausleben k\u00f6nnten. Die Zw\u00e4nge der <strong>Rahmenbedingungen <\/strong>machen die Brutalit\u00e4t und Menschenverachtung an der inneren Grenze deutlicher, als es jede Schautafel in einem Museum k\u00f6nnte. Der von Stober gew\u00e4hlte Ansatz m\u00f6chte zudem nicht die Opfer losgel\u00f6st von den T\u00e4tern darstellen, sondern beide Seiten zusammenf\u00fchren. Wie gut es ihm gelingt, Hintergr\u00fcnde und Zeitgeschichte dort einzubetten, bleibt abzuwarten.<\/p>\n<p>Somit ist es nicht ein Mittel der Geschichtsaufarbeitung, das nicht nur zielgerichtet die jugendlichen Stubenhocker vor ihren flimmernden Kisten ansprechen w\u00fcrde. Stobers Projekt birgt eine Didaktik, eine Methode, Geschichte n\u00e4herzubringen, wie sie auch f\u00fcr andere Felder geschichtlicher Wissensvermittlung ein zukunftstr\u00e4chtiger interaktiver Ansatz sein k\u00f6nnte. Dabei steuert der Nutzer selbst seine Erfahrung in dem konstruierten Abbild der Geschichte, was als Kehrseite nat\u00fcrlich das Problem der <strong>Nutzerf\u00fchrung <\/strong>aufwirft: Wie gelangt der Spieler (der Lernende) noch zu dem Eindruck, den man als Entwickler (als Lehrer) erreichen will, wenn er frei ist, in dem was er tut? Aber andererseits f\u00fchrt dies auch zu der Frage, ob es \u00fcberhaupt problematisch ist, wenn verschiedene Nutzer unterschiedliches aus der Lehr-Lern-Umgebung mitnehmen? Liegt nicht auch eine Chance darin, wenn sich diese zwei Nutzer dann \u00fcber die Unterschiede ihres Erlebens austauschen?<\/p>\n<p>Dies sind alles berechtigte Anmerkungen zu einem solchen Projekt. Stober geb\u00fchrt jedoch mindestens Dank, das Bewusstsein f\u00fcr die interaktiven Chancen durch Videospiele in der Didaktik gesch\u00e4rft zu haben. Antworten auf die gestellten Fragen zur tats\u00e4chlichen <strong>Ausf\u00fchrung <\/strong>werden sich jedoch erst finden, wenn das Diskussionsobjekt f\u00fcr alle zug\u00e4nglich ist. Dann wird sachliche Kritik auch gefragt sein. Im Vorhinein verliehene Etiketten wie &#8222;widerw\u00e4rtig&#8220;, &#8222;geschmacklos&#8220; und &#8222;dumm&#8220; sagen jedoch in jedem Fall mehr \u00fcber den Absender als \u00fcber den Adressaten. Mindestens zeigen diese Begriffe, dass es auch geistige Mauern gibt, die dringend abger\u00e4umt geh\u00f6ren.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Sein Serious Game &#8222;1378km&#8220; zur innerdeutschen Grenze bringt Medienstudenten Jens Stober vor den Staatsanwalt Auf 1378 Kilometern spannte sich einst ein Vernichtungsapparat quer durch Deutschland, der als Teil des &#8222;Eisernen Vorhangs&#8220; zwischen sowjetischer und westlicher Machsph\u00e4re einen gewaltigen Teil der Deutschen in einem repressiven Gewaltstaat einpferchte. 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