{"id":595,"date":"2010-07-26T17:00:11","date_gmt":"2010-07-26T15:00:11","guid":{"rendered":"http:\/\/www.niconolden.de\/keimling\/?p=595"},"modified":"2010-07-25T13:19:10","modified_gmt":"2010-07-25T11:19:10","slug":"report-vor-ort-carrie-und-bella-erobern-das-kino","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.niconolden.de\/keimling\/?p=595","title":{"rendered":"REPORT VOR ORT: Carrie und Bella erobern das Kino"},"content":{"rendered":"<h3 class=\"headline_sub\">Hardy Dreier entwirft Szenarien der gemeinsamen Zukunft von Kino und Gaming<\/h3>\n<p>Was geschieht, wenn <strong>tollk\u00fchne M\u00e4nner vor ihren flimmernden Kisten<\/strong> zu Hause festh\u00e4ngen, um sich digitalen Spielen zu widmen? Richtig, viele ihrer Frauen gehen aus, denn noch immer spielt nur ein bedauerlich geringer Anteil da mit &#8211; in zweierlei Hinsicht.<\/p>\n<p>Tats\u00e4chlich hat dies in einem bestimmten Alterssegment der Gesellschaft sp\u00fcrbare Auswirkungen auf die Zusammensetzung der Kinog\u00e4nger, mit Folgen f\u00fcr das Unterhaltungsangebot. Hardy Dreier, freier Dozent f\u00fcr den Medienbereich, f\u00fchrte am 10. Mai 2010 in seinem Vortrag bei der <a title=\"Hochschule f\u00fcr Angewandte Wissenschaften (HAW) - Offizielle Seite\" href=\"http:\/\/www.haw-hamburg.de\/\" target=\"_blank\">-&gt; Hochschule f\u00fcr Angewandte Wissenschaften Hamburg (HAW)<\/a> durch die <strong>Kinolandschaft<\/strong> und die Konsequenzen ihrer Ver\u00e4nderungen. Dabei\u00a0<strong> <\/strong>zeigte er neben Entwicklungen in der Branche auch den wechselseitigen Austausch mit der Games-Industrie. Unter dem Titel &#8222;Games und Kino &#8211; Konkurrenz, Koexistenz, Kooperation&#8220; diskutierte er in der Ringvorlesung Games an der Hochschule am Berliner Tor (siehe <a title=\"Ringvorlesung Games SoSe 2010 - Offizielle Seite\" href=\"https:\/\/www.niconolden.de\/keimling\/?p=499\" target=\"_self\">-&gt;NEWS: Blick \u00fcber den Rand der Plattform<\/a> vom 13. April 2010) neben diesen branchenspefizischen auch die erz\u00e4hlerisch-inhaltlichen Synergien und Konkurrenzen der beiden Medienformen. Daraus postulierte er Chancen zur Kooperation oder zumindest f\u00fcr die Koexistenz.<\/p>\n<figure id=\"attachment_654d\" aria-describedby=\"caption-attachment-654d\" style=\"width: 500px\" class=\"wp-caption alignleft\"><object width=\"500\" height=\"306\"><param name=\"movie\" value=\"http:\/\/www.youtube.com\/v\/Rglc1ApPqLE&amp;hl=de_DE&amp;fs=1?color1=0x234900&amp;color2=0x4e9e00\"><\/param><param name=\"allowFullScreen\" value=\"true\"><\/param><param name=\"allowscriptaccess\" value=\"always\"><\/param><embed src=\"http:\/\/www.youtube.com\/v\/Rglc1ApPqLE&amp;hl=de_DE&amp;fs=1?color1=0x234900&amp;color2=0x4e9e00\" type=\"application\/x-shockwave-flash\" allowscriptaccess=\"always\" allowfullscreen=\"true\" width=\"500\" height=\"306\"><\/embed><\/object><figcaption id=\"caption-attachment-654d\" class=\"wp-caption-text\">Schlecht kompatibel mit m\u00e4nnlichen Sehgewohnheiten: Twighlight-Pr\u00fcderie und Liebesschmalz<\/figcaption><\/figure>\n<p>F\u00fcr die Zukunft brachte er allerdings auch ein paar schlechte Nachrichten mit &#8211; zumindest f\u00fcr eher m\u00e4nnliche Sehgewohnheiten. Auff\u00e4llig ist die Zunahme von eher auf weibliche Zuschauer getrimmten Inszenierungen in dem oben genannten Altersquerschnitt. Wenn Kinobetreiber also nicht die Vorf\u00fchrung von <a title=\"Sex in the City 2 - Offizielle Seite\" href=\"http:\/\/www.sexandthecitymovie.com\/\" target=\"_self\">-&gt;Sex in the City<\/a> und <a title=\"New Moon, Twilight - Offizielle Seite\" href=\"http:\/\/newmoon.twilight-filme.de\/\" target=\"_blank\">-&gt;Twilight<\/a> zur Regel machen wollen, so ben\u00f6tigen sie offenbar <strong>neue Konzepte<\/strong>. Hardy Dreier entwarf ein paar Ans\u00e4tze f\u00fcr die zuk\u00fcnftige Entwicklung von Kinos und Games&#8230;<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<h3>Tradition gegen Moderne &#8211; Die harten Zahlen<\/h3>\n<p>Jeder Prognose liegt die Kenntnis des gegenw\u00e4rtigen Zustandes zugrunde. Daher lieferte auch Dreier zun\u00e4chst eine umfassende Beschreibung der Kino-Branche und ihrer Zahlen.\u00a0 Den etwa 146 Millionen <strong>Besucher <\/strong>der Kinos in Deutschland in 2009 habe nicht jeder Film gleich gut gefallen. Etwa 30% der Filme erwirtschafteten den L\u00f6wenanteil des Umsatzes. Dabei sei aus der Besucherentwicklung ein eindeutiger Trend ablesbar: &#8222;Tendenziell gehen immer mehr G\u00e4ste in eine stets kleiner werdende Zahl von Topfilmen.&#8220;<\/p>\n<p>Dabei seien die Sehgewohnheiten nat\u00fcrlich auch von den TV-Sendern geformt worden. Das Fernsehen habe seit 1995 in immer gr\u00f6\u00dferem Ma\u00dfe auf Spielfilme als Unterhaltungsform gesetzt. Waren es damals etwa 4.000 Film im Jahr, zeige das <strong>TV<\/strong> heute etwa 13.000 Filme per annum. In 40% der F\u00e4lle seien die Filme bereits in Koproduktion mit den Sendern entstanden.<\/p>\n<p>Diese gro\u00dfe Marktmacht zeigt sich daher auch in den Summen, welche die deutschen L\u00e4nder als Kulturtr\u00e4ger f\u00fcr Filmprojekte zur Verf\u00fcgung stellen. In der Summe \u00fcber alle F\u00f6rderinstanzen h\u00e4tten allein 2008 307,4 Mio. \u20ac bereitgestanden, zu denen noch ein gewisser Anteil der \u00f6ffentlichen-rechtlichen Sender aus der Geb\u00fchreneinzugszentrale (GEZ) zu addieren seien. Damit sei unverkennbar, dass Deutschland erheblich gr\u00f6\u00dfere <strong>Mittel <\/strong>f\u00fcr traditionelle Filmproduktionen ausgegebe, als sie der zukunftstr\u00e4chtigen Games-Branche gewidmet w\u00fcrden.<\/p>\n<p>Dieses Missverh\u00e4ltnis d\u00fcrfte sich noch weiter versch\u00e4rfen, so stellte Dreier in Aussicht: Da die europ\u00e4ische Union ihre Richtlinien zur Produktwerbung in Filmen ge\u00e4ndert habe, d\u00fcrfte <strong>Produkt-Placement<\/strong> eine wachsende Rolle bei der Finanzierung einnehmen. Dabei w\u00fcrde der gegenw\u00e4rtige deutsche Rekordhalter &#8222;Der Wixxer&#8220; mit ca. 30 Platzierungen, die dramaturgisch zentral eingebaut wurden, sicherlich schon bald auf die Pl\u00e4tze verwiesen. Dabei bem\u00fche sich die Branche auch um computergest\u00fctzte Methoden, je nach Zielmarkt bestimmte Marken auf Platzhalter in den Filmen zu kopieren. So w\u00fcrde beispielsweise bei einer Pepsi-Dose in Deutschland der bekannte Schriftzug gl\u00e4nzen, dieser dagegen in Indonesien durch die orts\u00fcbliche Schrift ausgetauscht &#8211;\u00a0 sicherlich ein lukrativer Markt, wenn es denn funktionieren wird.<\/p>\n<figure id=\"attachment_654b\" aria-describedby=\"caption-attachment-654b\" style=\"width: 500px\" class=\"wp-caption alignleft\"><object width=\"500\" height=\"306\"><param name=\"movie\" value=\"http:\/\/www.youtube.com\/v\/_zw-H8OTW4c&amp;hl=de_DE&amp;fs=1?color1=0x234900&amp;color2=0x4e9e00\"><\/param><param name=\"allowFullScreen\" value=\"true\"><\/param><param name=\"allowscriptaccess\" value=\"always\"><\/param><embed src=\"http:\/\/www.youtube.com\/v\/_zw-H8OTW4c&amp;hl=de_DE&amp;fs=1?color1=0x234900&amp;color2=0x4e9e00\" type=\"application\/x-shockwave-flash\" allowscriptaccess=\"always\" allowfullscreen=\"true\" width=\"500\" height=\"306\"><\/embed><\/object><figcaption id=\"caption-attachment-654b\" class=\"wp-caption-text\">Der Wixxer, oder: Product Placement - Der Film<\/figcaption><\/figure>\n<p>Die Erl\u00f6se von Filmen und Spielen in Deutschland lie\u00dfen sich zwar beide sehen, denn auch Spiele sind seit langem keine Nischenprodukte mehr. Allerdings h\u00e4tten Games keineswegs dem Film in allen seinen Vermarktungskan\u00e4len schon den Rang abgelaufen. Zwar setzt seit den letzten Jahren deren Branche mit etwa 1,5 Mrd. \u20ac erheblich mehr um, als die H\u00f6he der <strong>Erl\u00f6se <\/strong>in den Kinos betr\u00e4gt (ca. 1 Mrd. \u20ac). Allerdings vernachl\u00e4ssige diese Gegen\u00fcberstellung &#8211; so beliebt sie auch bei Vertretern der Spieleindustrie ist &#8211; die umfangreiche Nachverwertung bei Rechten an DVDs oder Videos und die Lizensierung f\u00fcr TV. Dort verbergen sich noch einmal 1,5 Mrd. \u20ac.<\/p>\n<h3>Recycling<\/h3>\n<p>Vor allem durch die Konzepte zur Auswertung habe die Filmindustrie einen weiten Vorsprung gegen\u00fcber der Spieleindustrie. Nach drei <strong>Hauptdimensionen <\/strong>richte sich die Auswertung: Zun\u00e4chst verteile sich ein Film stets auf verschiedene technische Formate wie BlueRay oder DVD. Wichtig sei in zweiter Hinsicht, den Verwertungsmix auch zeitlich anzupassen &#8211; bei einem aktuellen Film in Konzentration auf die Lichtspielh\u00e4user, bei einem \u00e4lteren auf die Verleih- und Verkaufskan\u00e4le. Zuletzt unterscheide man auch sehr genau nach Regionen auf dem Globus.<\/p>\n<p>Dabei spielen nach Ansicht von Dreier Lizenzsysteme die zentrale Rolle. Lizenzen werden nicht nur nach Verwertungsform vergeben, sondern auch mit einem zeitlichen Horizont. M\u00f6gliche Vertriebskan\u00e4le bei Movies sind das Kino,Video&amp;DVD, Pay-per-View, Pay-TV und auch das Free TV.Allerdings sei die klassische Reihenfolge von Kino vor Verleih vor Fernsehen, als <strong>Windowing <\/strong>bezeichnet, schon lange aufgeweicht. Dies liege auch daran, dass sich die TV-Sender selbst an immer mehr Produktionen beteiligen w\u00fcrden und nat\u00fcrlich daran interessiert seien, dass die Filme schnell \u00fcber den eigenen Kanal zu sehen sind.<\/p>\n<p>Die Industrie gehe dabei immer modularer vor. Dabei sei entscheidend, dass die Produktion digitalisiert werde. Entstanden allein durch die 318 Rollen Film bei einem durchschnittlichen Langfilm des Jahres 2007 100.000 \u20ac an Materialkosten, so sei einfach erkennbar, welche Vorteile der <strong>Digitalvertrieb <\/strong>f\u00fcr die Industrie hat. Kinos streamen ihre Filme per Satellit oder durch f\u00fchren sie von Wechselfestplatten vor.<\/p>\n<p>Darin schlummere auch eine <strong>Chance <\/strong>f\u00fcr die Zukunft der Filmspielh\u00e4user. Wenn \u00fcber Satellit Filme auf dem gro\u00dfen Monitor faszinierten, wieso sollten dann nicht auch gro\u00dfe Sport- und Kulturevents live im Kino zu sehen sein? Die mittlerweile weit verbreitete 3D-Technik erm\u00f6gliche dann sogar noch ein Erlebnis mit r\u00e4umlichen Eindruck. Fast schon besser, als tats\u00e4chlich vor Ort zu sein.<\/p>\n<h3>Killerspiele: Wird das Kino das n\u00e4chste Opfer?<\/h3>\n<p>Es gebe zwar kaum wirklich belastbare Daten, um die Besucher von Kinos mit den Nutzern von digitalen Spielen zu vergleichen. Auff\u00e4llig sei jedoch ein <strong>Trend<\/strong>, der auch 2009 angehalten habe. Die Zahl der Twens, die in die Kinos gingen, geht zur\u00fcck. Gamer seien nach Studien eher besser gebildet, und immer noch zu einem gro\u00dfen Teil m\u00e4nnlich. Zahlen belegen, so stellt Dreier fest, dass prozentual gesehen, immer mehr Frauen ins Kino gingen. So habe sich im Jahr 2000 das Verh\u00e4ltnis ungef\u00e4hr die Waage gehalten (M\u00e4nner: 52%, Frauen 48%), 2009 seien jedoch Frauen signifikant dominanter. 60% Besucherinnen st\u00fcnden nur noch 40% m\u00e4nnliche Kinog\u00e4nger gegen\u00fcber. Fehlen w\u00fcrden eine Menge der Drei\u00dfig- bis Vierzigj\u00e4hrigen, allerdings auch 37% der 20-23 Jahre alten M\u00e4nner seien ein Verlust f\u00fcr das Kino.<\/p>\n<figure id=\"attachment_654b\" aria-describedby=\"caption-attachment-654b\" style=\"width: 500px\" class=\"wp-caption alignleft\"><object width=\"500\" height=\"306\"><param name=\"movie\" value=\"http:\/\/www.youtube.com\/v\/t5-f33V6iEM&amp;hl=de_DE&amp;fs=1?color1=0x234900&amp;color2=0x4e9e00\"><\/param><param name=\"allowFullScreen\" value=\"true\"><\/param><param name=\"allowscriptaccess\" value=\"always\"><\/param><embed src=\"http:\/\/www.youtube.com\/v\/t5-f33V6iEM&amp;hl=de_DE&amp;fs=1?color1=0x234900&amp;color2=0x4e9e00\" type=\"application\/x-shockwave-flash\" allowscriptaccess=\"always\" allowfullscreen=\"true\" width=\"500\" height=\"306\"><\/embed><\/object><figcaption id=\"caption-attachment-654b\" class=\"wp-caption-text\">Blablabla \u00fcber Manolo Blahnik - sieht so der Film der Zukunft aus?<\/figcaption><\/figure>\n<p>Wohl kaum zuf\u00e4llig handele es sich dabei in erster Linie um die ehemaligen Kinog\u00e4nger eher action-orientierter Filme. Diese Zahlen seien nat\u00fcrlich auch der Industrie bewusst, merkte Dreier mit einem leichten Grinsen an. Es sei daher nur eine Frage wirtschaftlicher <strong>Logik<\/strong>, dass bald mehr Fime erschienen, die auf die weibliche Zuschauerschaft optimiert w\u00e4ren. Schon 2008\/2009 sei diese Entwicklung sp\u00fcrbar gewesen.<\/p>\n<p>Allerdings ginge es dem Film als Medium noch verh\u00e4ltnism\u00e4\u00dfig gut. Noch siege er deutlich in <strong>Konkurrenzfelder<\/strong>n wie der Kapitalbeschaffung, Forschung und Entwicklung, Personalanwerbung und der Produktion verwertbarer Ideen. In Frankreich, Gro\u00df-Britannien und vor allem Kanada h\u00e4tten die Regierungen allerdings gro\u00dfe F\u00f6rdermittel und Steuerfreiheiten f\u00fcr die Spieleindustrie bereit gestellt. Eine Situation von der deutsche Game-Entwickler nur tr\u00e4umen k\u00f6nnten.<\/p>\n<figure id=\"attachment_654c\" aria-describedby=\"caption-attachment-654c\" style=\"width: 500px\" class=\"wp-caption alignleft\"><object width=\"500\" height=\"306\"><param name=\"movie\" value=\"http:\/\/www.youtube.com\/v\/vcaSVvsFauQ&amp;hl=de_DE&amp;fs=1?color1=0x234900&amp;color2=0x4e9e00\"><\/param><param name=\"allowFullScreen\" value=\"true\"><\/param><param name=\"allowscriptaccess\" value=\"always\"><\/param><embed src=\"http:\/\/www.youtube.com\/v\/vcaSVvsFauQ&amp;hl=de_DE&amp;fs=1?color1=0x234900&amp;color2=0x4e9e00\" type=\"application\/x-shockwave-flash\" allowscriptaccess=\"always\" allowfullscreen=\"true\" width=\"500\" height=\"306\"><\/embed><\/object><figcaption id=\"caption-attachment-654c\" class=\"wp-caption-text\">Assassin's Creed - ein Berg von Kohle von der kanadischen Regierung<\/figcaption><\/figure>\n<p>Chancen f\u00fcr eine friedliche <strong>Koexistenz <\/strong>sieht Dreier jedoch auch in den unterschiedlichen Rezeptionsformen, die Kinos und Games b\u00f6ten. Je nach Genre w\u00fcrde sich die eine Plattform oder die andere besser zur Darstellung von Inhalten eignen, da die Zuschauer bzw. die Spieler in unterschiedlichem Ma\u00dfe einbezogen w\u00fcrden &#8211; die N\u00e4he des Zuschauers zum Geschehen verb\u00f6te Spielen gewisse Darstellungen.<\/p>\n<p>Sogar <strong>Kooperationen <\/strong>seien m\u00f6glich, wenn man an crossmediale Auswertungen von Lizenzen denkt. Woher ein Thema kommt, ob nun aus dem Filmbereich oder aus den Games, sei unbedeutend. Man merke dies auch an zunehmenden Spieleverfilmungen, auch die Versoftung von Filmen verbreite sich immer mehr. Diese Trends beg\u00fcnstigen k\u00f6nnte auch, dass sich die Branchen allgemein auf die l\u00e4ngere Verwertung von Medienmarken konzentrierten. Au\u00dferdem dr\u00e4ngten Medienkonzerne aus dem Filmsegment mit Kapital und Know-How in die Gamesbranche, wodurch Kosten eingespart w\u00fcrden. Immerhin k\u00f6nne nun die Abteilung f\u00fcr digitale Animationen gleich auch Cinematics f\u00fcr Spiele erstellen oder 3D-Modelle f\u00fcr Figuren.<\/p>\n<figure id=\"attachment_654a\" aria-describedby=\"caption-attachment-654a\" style=\"width: 500px\" class=\"wp-caption alignleft\"><object width=\"500\" height=\"306\" data=\"http:\/\/www.youtube.com\/v\/yd0vcI-QLYg&amp;hl=de_DE&amp;fs=1?color1=0x234900&amp;color2=0x4e9e00\" type=\"application\/x-shockwave-flash\"><param name=\"allowFullScreen\" value=\"true\" \/><param name=\"allowscriptaccess\" value=\"always\" \/><param name=\"src\" value=\"http:\/\/www.youtube.com\/v\/yd0vcI-QLYg&amp;hl=de_DE&amp;fs=1?color1=0x234900&amp;color2=0x4e9e00\" \/><param name=\"allowfullscreen\" value=\"true\" \/><\/object><figcaption id=\"caption-attachment-654a\" class=\"wp-caption-text\">Bombastische Spielverfilmung von Prince of Persia - so sieht crossmediale Vermarktung aus...<\/figcaption><\/figure>\n<h3>Hand in Hand in den Sonnenuntergang<\/h3>\n<p>Vor diesen Hintergr\u00fcnden, res\u00fcmiert Dreier schlie\u00dflich, sei klar, dass die Filmindustrie nicht die Konkurrenz suche. Alles strebe nach Koexistenz und Kooperation mit den Games. Die w\u00fcrden in der Filmwelt einfach nur als eine neue Plattform wahrgenommen, deren Inhalte man modular auswerten k\u00f6nne, und die man mit eigenen Inhalten bedienen k\u00f6nne. In Technik und Marketing steckten gro\u00dfe <strong>Chancen <\/strong>gegenseitig befruchtender Kooperation. Wenn auch nicht der Film an sich, so drohe doch den Filmspielh\u00e4usern Ungemach. Das Kino d\u00fcrfe in Zukunft nicht mehr ein reiner Filmpalast sein, mit Direktverkauf in Shops, 3D-Live-Events und anderen Erlebnissen deuteten die Zeichen eher auf eine neue Zukunft als audiovisueller Erlebniswelt hin.<\/p>\n<p>Ob diese Entwicklungen allerdings den Schwenk zu einem \u00fcberwiegend weiblichen Publikum umkehren k\u00f6nnen, ist damit nach Meinung von KEIMLING aber nicht beantwortet. Immerhin n\u00fctzt es den M\u00e4nnern wenig, wenn ihre Frauen in den Kinos demn\u00e4chst nach einem Sex in the City-Film auch noch den passenden Klamottenshop vorfinden. Allerdings k\u00f6nnte daf\u00fcr eine bessere Qualit\u00e4t von verfilmten Videospielen die M\u00e4nnerwelt entsch\u00e4digen. Schade ist nur, dass fr\u00fcher das Kino ein Ort des gemeinsamen <strong>Erleben<\/strong>s war; jetzt sieht es wohl so aus, als w\u00fcrde man sich bald am Eingang einen Kuss auf die Lippen hauchen, und dann in getrennte Erlebniswelten eintauchen &#8211; etwas befremdlich. Den Spaziergang Hand in Hand in den Sonnenuntergang hinein wird es dann wohl nur noch auf der Leinwand geben &#8211; oder zwischen Games-Branche und Filmindustrie.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Hardy Dreier entwirft Szenarien der gemeinsamen Zukunft von Kino und Gaming Was geschieht, wenn tollk\u00fchne M\u00e4nner vor ihren flimmernden Kisten zu Hause festh\u00e4ngen, um sich digitalen Spielen zu widmen? Richtig, viele ihrer Frauen gehen aus, denn noch immer spielt nur ein bedauerlich geringer Anteil da mit &#8211; in zweierlei Hinsicht. 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