{"id":429,"date":"2010-01-18T13:43:17","date_gmt":"2010-01-18T11:43:17","guid":{"rendered":"http:\/\/www.niconolden.de\/keimling\/?p=429"},"modified":"2010-01-18T13:43:17","modified_gmt":"2010-01-18T11:43:17","slug":"retro-in-schlechter-gesellschaft","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.niconolden.de\/keimling\/?p=429","title":{"rendered":"RETRO: In Schlechter Gesellschaft"},"content":{"rendered":"<h3 class=\"headline_sub\">In &#8222;Bad Company&#8220; er\u00f6ffnen vier Soldaten ihren eigenen Feldzug auf PS3 und XBox360 &#8211; am\u00fcsanter war Krieg nie<\/h3>\n<p>Immer mit einem flotten Spruch auf den Lippen stolpern vier US-Soldaten durch einen Konflikt zwischen den Amerikanern und der Russischen F\u00f6deration &#8211; kaum eine Ahnung, wof\u00fcr sie dort <strong>an vorderster Front <\/strong>k\u00e4mpfen. Jedenfalls bis sie in einer heruntergekommenen H\u00fctte auf einen Koffer mit Goldbarren sto\u00dfen. S\u00f6ldner, die auf russischer Seite gegen die Amerikaner k\u00e4mpfen, haben den dort zur\u00fccklassen m\u00fcssen. Angeblich zahlt deren Anf\u00fchrer seine Einheiten mit den Barren aus. Jetzt haben die vier etwas, f\u00fcr das es sich zu k\u00e4mpfen lohnt, denn irgendwo muss es noch mehr vergoldete Koffer geben.<\/p>\n<figure id=\"attachment_435\" aria-describedby=\"caption-attachment-435\" style=\"width: 300px\" class=\"wp-caption alignleft\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-medium wp-image-435\" title=\"badcompany\" src=\"https:\/\/www.niconolden.de\/keimling\/wp-content\/uploads\/2010\/01\/badcompany-300x168.jpg\" alt=\"Einschlag einer innovativen Granate\" width=\"300\" height=\"168\" srcset=\"https:\/\/www.niconolden.de\/keimling\/wp-content\/uploads\/2010\/01\/badcompany-300x168.jpg 300w, https:\/\/www.niconolden.de\/keimling\/wp-content\/uploads\/2010\/01\/badcompany.jpg 490w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-435\" class=\"wp-caption-text\">Einschlag einer innovativen Granate<\/figcaption><\/figure>\n<p><a title=\"DICE - Offizielle Seite\" href=\"http:\/\/www.dice.se\/\" target=\"_self\">-&gt; DICE<\/a>, die schwedischen Sch\u00f6pfer der Battlefield-Serie, deren Hauptschauplatz zuvor der PC-Markt war, lieferten mit<a title=\"Bad Company - Offizielle Seite\" href=\"http:\/\/badcompany.ea.com\/\" target=\"_self\"> -&gt; &#8222;Battlefield: Bad Company&#8220;<\/a> ihr <strong>Deb\u00fct auf den Konsolen<\/strong> der j\u00fcngsten Generation &#8211; und landeten einen imposanten Volltreffer.<\/p>\n<figure id=\"attachment_418d\" aria-describedby=\"caption-attachment-418d\" style=\"width: 480px\" class=\"wp-caption alignleft\"><br \/>\n<object width=\"480\" height=\"295\" data=\"http:\/\/www.youtube.com\/v\/Dfz96fJepSU&amp;hl=de_DE&amp;fs=1&amp;color1=0x234900&amp;color2=0x4e9e00\" type=\"application\/x-shockwave-flash\"><param name=\"allowFullScreen\" value=\"true\" \/><param name=\"allowscriptaccess\" value=\"always\" \/><param name=\"src\" value=\"http:\/\/www.youtube.com\/v\/Dfz96fJepSU&amp;hl=de_DE&amp;fs=1&amp;color1=0x234900&amp;color2=0x4e9e00\" \/><param name=\"allowfullscreen\" value=\"true\" \/><\/object><br \/>\n<figcaption id=\"caption-attachment-418d\" class=\"wp-caption-text\">Besser eine schlechte Gesellschaft, als gar keine...<\/figcaption><\/figure>\n<p>Die Geschichte um ein paar abgehalfterte US-Soldaten, die in einem fernen Land k\u00e4mpfen m\u00fcssen, und in einem Goldfund die Erf\u00fcllung ihrer <strong>Tr\u00e4ume <\/strong>wittern, fesselte mit packender Inszenierung und liebensw\u00fcrdig durchgeknallten Charakteren&#8230;<\/p>\n<p><!--more-->Irgendwo in einem Land, dessen willk\u00fcrlicher Name an zentralasiatische Diktaturen erinnert, f\u00fchren die Amerikaner diesen Krieg, dessen Grund und Ziel die Soldaten der &#8222;Bad Company&#8220; nicht ein Mal erw\u00e4hnen. Offenbar scheint es den Milit\u00e4rs nicht so wichtig zu sein, ihre Anwesenheit in <strong>Serdarstan <\/strong>jeder Nebenfigur mitzuteilen. Die Truppe der Vier jedenfalls st\u00f6rt es nicht, besteht ihre Hauptaufgabe zu Anfang doch daraus, ihre eigene Haut aus dem Konflikt zu retten. Da ist ihnen das Land, in dem sie sich befinden, ziemlich egal.<\/p>\n<p>Denn die &#8222;B&#8220; Company, in der sich die Soldaten befinden, besteht aus entbehrlichen Soldaten, die nur einen begrenzten Nutzen f\u00fcr die Army auf dem Schlachtfeld haben.\u00a0 Daher werden Soldaten dieser Kompanie in Missionen geschickt, f\u00fcr welche die Bezeichnung &#8222;Himmelfahrtskommando&#8220; noch geschmeichelt w\u00e4re.\u00a0 Dies wissen auch die Soldaten selbst.<\/p>\n<figure id=\"attachment_418a\" aria-describedby=\"caption-attachment-418a\" style=\"width: 480px\" class=\"wp-caption alignleft\"><object width=\"480\" height=\"385\" data=\"http:\/\/www.youtube.com\/v\/oEAM53gR2Bw&amp;hl=de_DE&amp;fs=1&amp;color1=0x234900&amp;color2=0x4e9e00\" type=\"application\/x-shockwave-flash\"><param name=\"allowFullScreen\" value=\"true\" \/><param name=\"allowscriptaccess\" value=\"always\" \/><param name=\"src\" value=\"http:\/\/www.youtube.com\/v\/oEAM53gR2Bw&amp;hl=de_DE&amp;fs=1&amp;color1=0x234900&amp;color2=0x4e9e00\" \/><param name=\"allowfullscreen\" value=\"true\" \/><\/object><br \/>\n<figcaption id=\"caption-attachment-418a\" class=\"wp-caption-text\">Keine Abenteuer, Mum, versprochen. Keine Goldsch\u00e4tze oder so...<\/figcaption><\/figure>\n<p>Als Preston Marlowe, Hauptfigur des Spieles und das Greenhorn in der<strong> B-Company<\/strong>, fragt, ob f\u00fcr eine Mission im Spielverlauf nicht die Marines besser geeignet werden, antwortet Squad-Leader Redford lapidar, dass diese Truppen schlicht zu teuer seien, um sie zu verschwenden. Kurzum: Geht die B-Company baden, h\u00e4lt sich das Bedauern bei den F\u00fchrungsst\u00e4ben in Grenzen.<\/p>\n<p>Dies liegt daran, dass jeder der Vier sich in seiner Army-Karriere geballten Unfug geleistet hat. Die Figur des Spielers, Preston Marlowe, unternahm einen kleinen Ausflug mit einem Hubschrauber seiner urspr\u00fcnglichen Truppe. Danach war nicht nur der Hubschrauber schrottreif, sondern auch die Limousine eines Generals.<\/p>\n<figure id=\"attachment_418b\" aria-describedby=\"caption-attachment-418b\" style=\"width: 480px\" class=\"wp-caption alignleft\"><br \/>\n<object width=\"480\" height=\"385\" data=\"http:\/\/www.youtube.com\/v\/oxg0MgyH4hQ&amp;hl=de_DE&amp;fs=1&amp;color1=0x234900&amp;color2=0x4e9e00\" type=\"application\/x-shockwave-flash\"><param name=\"allowFullScreen\" value=\"true\" \/><param name=\"allowscriptaccess\" value=\"always\" \/><param name=\"src\" value=\"http:\/\/www.youtube.com\/v\/oxg0MgyH4hQ&amp;hl=de_DE&amp;fs=1&amp;color1=0x234900&amp;color2=0x4e9e00\" \/><param name=\"allowfullscreen\" value=\"true\" \/><\/object><br \/>\n<figcaption id=\"caption-attachment-418b\" class=\"wp-caption-text\">Explosive Pers\u00f6nlichkeiten werden gesucht<\/figcaption><\/figure>\n<p>George Haggart ist ausgewiesener Pyromane und landete in der B-Company, weil er &#8222;das gr\u00f6\u00dfte Waffendepot \u00f6stlich von Paris&#8220; in die Luft jagte. Bedauernd erkl\u00e4rt er, das seine &#8222;Talente&#8220; zwar bei der Army endlich gesch\u00e4tzt worden seien,\u00a0 er sich allerdings gelegentlich nicht bremsen k\u00f6nne.<\/p>\n<figure id=\"attachment_418c\" aria-describedby=\"caption-attachment-418c\" style=\"width: 480px\" class=\"wp-caption alignleft\"><br \/>\n<object width=\"480\" height=\"385\" data=\"http:\/\/www.youtube.com\/v\/68zoNHHnyAY&amp;hl=de_DE&amp;fs=1&amp;color1=0x234900&amp;color2=0x4e9e00\" type=\"application\/x-shockwave-flash\"><param name=\"allowFullScreen\" value=\"true\" \/><param name=\"allowscriptaccess\" value=\"always\" \/><param name=\"src\" value=\"http:\/\/www.youtube.com\/v\/68zoNHHnyAY&amp;hl=de_DE&amp;fs=1&amp;color1=0x234900&amp;color2=0x4e9e00\" \/><param name=\"allowfullscreen\" value=\"true\" \/><\/object><br \/>\n<figcaption id=\"caption-attachment-418c\" class=\"wp-caption-text\">Hier m\u00f6chte nicht nur Sweetwater schnellstens wieder raus<\/figcaption><\/figure>\n<p>Terrence Sweetwater, der Redselige unter den Soldaten, ist Gegenpart Haggarts in den st\u00e4ndigen Frotzeleien beider untereinander. Er verpasste dem milit\u00e4rischen Sicherheitsnetzwerk einen Virus durch unerlaubte Downloads aus dem Internet. Nur Seargent Samuel Redford ist freiwillig in der Truppe und Kommandant des Squads. Obwohl die Sterblichkeitsrate hoch ist\u00a0 bei der B-Company meldete er sich freiwillig, um seine Dienstzeit zu verk\u00fcrzen. Nur noch drei Tage trennen ihn zu Anfang des Spieles von seinem wohlverdienten Angelurlaub, als Haggart schlie\u00dflich allen Beteiligten einen Strich durch die Rechnung macht. Mit viel Charme und Witz kombiniert DICE die verschiedenen <strong>Charaktere <\/strong>glaubw\u00fcrdig zu einer\u00a0 Truppe &#8211; die Liebe zu deren Ausarbeitung ist ein Novum im Genre der Taktikshooter.<\/p>\n<p>Besonders vom erstklassigen <strong>Humor <\/strong>lebt das Spiel. So sind die Streitereien zwischen Sweetwater und Haggard sind durchweg gelungen und binden den Spieler schnell emotional an diese Personen. Beispielsweise als Haggard sich bei Preston Geld pumpen will, Sweetwater ihm aber dazwischen f\u00e4hrt und Preston davor warnt, weil Haggard immer so lange mit R\u00fcckzahlungen warten w\u00fcrde, bis die Russen seine Gl\u00e4ubiger beseitigen. Bei einer anderen Gelegenheit diskutieren die beiden mitten im Gefecht \u00fcber das &#8222;Pferdegesicht&#8220; von Sweetwaters Cousine, die er trotzdem gedatet hatte. Doch auch jenseits dieser Zwiegespr\u00e4che bietet dar Shooter jede Menge am\u00fcsanter Momente. So greift Haggard im Alleingang ein anderes Land an &#8211; notgedrungen werden auch die anderen der Company zu Abtr\u00fcnnigen. Als die B-Company sp\u00e4ter sogar einen Pr\u00e4sidenten entf\u00fchren muss, entpuppt sich dessen &#8222;Air Force One&#8220; als vergoldeter, mit Leopardenfellpolstern versehener Hind-Hubschrauber, in dessen Laderaum eine Diskokugel aus den Siebzigern baumelt. Jeder Lude auf der Hamburger Reeperbahn w\u00fcrde vor Neid erblassen. Und als die Company ihre Goldbarren schon fast zum Greifen nahe wei\u00df, startet die US-Armee eine Invasion in eben die Stadt, wo die Barren liegen. Um noch in den Genuss des Reichtums zu kommen, m\u00fcssen die Vier nun den Vormarsch der eigenen Truppen &#8222;bremsen&#8220;. Wie erfolgreich? Na, spielen Sie&#8217;s doch selbst.<\/p>\n<p>Etwas ungewohnt f\u00fcr das Setting, allerdings h\u00f6chst passend zu dem Gangster-Road-Movie, das sich hinter dem Spiel im Grunde verbirgt, ist der <strong>Soundtrack <\/strong>geraten. Hier stehen Rock-Titel der Achtziger neben klassischer Musik und Easy Listening. Sicherlich ist es eine Geschmacksfrage, ob man mit diesem Stilbruch im Genre leben kann, KEIMLING jedenfalls empfindet dies als willkommene Innovation im Genre.<\/p>\n<p>In einer ebensolch rasanten Berg- und Talfahrt wie bei der Musik f\u00fchrt die <strong>Handlung <\/strong>durch liebevoll gestaltete Levels, die verschiendene Herangehensweisen erm\u00f6glicht. Meisterhaft erz\u00e4hlt das schwedische EA-Studio die Geschichte, so dass man sich stets fragt, warum DICE nicht schon in fr\u00fcheren Teilen intelligente Geschichten in ihre Spiele einbaute und sich f\u00fcr Bad Company nicht einmal traute, das Spiel auch auf den PCs zu ver\u00f6ffentlichen. Wer den Film -&gt; Three Kings kennt, ist \u00fcber die prinzipielle Richtung der Handlung des Spieles nat\u00fcrlich im Bilde.<\/p>\n<p>Einen Gro\u00dfteil der grandiosen Inszenierungmacht die <strong>zerst\u00f6rbare Umgebung <\/strong>des Spieles aus. Den Motor daf\u00fcr lieferte die neue Frostbyte-Engine, die DICE hier zum ersten Mal einsetzte. Sie erm\u00f6glicht die nahezu vollst\u00e4ndige Zerst\u00f6rung von Umgebungsobjekten. In fr\u00fcheren Spielen der Reihe war man gezwungen, einen Panzer zu verlassen, um selbst die kleinste Holzkate hochzunehmen. Legend\u00e4r waren Fahrzeuge, die selbst an Sands\u00e4cken h\u00e4ngen blieben. Nun ist nahezu alles zerst\u00f6rbar &#8211; B\u00e4ume bieten keine Deckung mehr, H\u00e4use zerlegen sich in ihre Mauersteine und Dachst\u00fchle werden durch Granaten abgedeckt.<\/p>\n<p>Besonders der <strong>Mulitplayer-Teil<\/strong>, von jeher ein zentrales Element der Reihe, erfordert aufgrund dieser Neuerungen erhebliches Umdenken. Hier sind jedoch ansonsten die Innovationen eher gering. Au\u00dferdem plagt den Goldrush-Modus eine Logikl\u00fccke von der Gr\u00f6\u00dfe des Atlantiks. So ist es zwar noch logisch, dass ein Team Goldsch\u00e4tze zu sch\u00fctzen hat, warum allerdings die Angreifer das Gold nicht einsammeln sollen, sondern den Auftrag verfolgen, es in die Luft zu jagen, ist mehr als fragw\u00fcrdig. F\u00fcr diesen geistigen Fehlschlag entschuldigen jedoch die gro\u00dfen, vielf\u00e4ltigen Areale der Mehrspielerkarten, die jeweils verschiedenartige Terrains darstellen. F\u00fcr Abwechslung ist also gesorgt.<\/p>\n<p>DICE hat mit dem Konsolentitel eine <strong>Glanzleistung <\/strong>hingelegt. Wie ein Sturm fegen die vier Chaoten der B-Company durch die angestaubten Standards des Taktishooter-Genres. Zudem liefert das Spiel zahlreiche Momente, die ein L\u00e4cheln auf das Gesicht zaubern &#8211; und das ist schlie\u00dflich etwas f\u00fcr uns Spieler, f\u00fcr das es sich zu k\u00e4mpfen lohnt.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In &#8222;Bad Company&#8220; er\u00f6ffnen vier Soldaten ihren eigenen Feldzug auf PS3 und XBox360 &#8211; am\u00fcsanter war Krieg nie Immer mit einem flotten Spruch auf den Lippen stolpern vier US-Soldaten durch einen Konflikt zwischen den Amerikanern und der Russischen F\u00f6deration &#8211; kaum eine Ahnung, wof\u00fcr sie dort an vorderster Front k\u00e4mpfen. 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