{"id":3056,"date":"2018-02-11T20:40:53","date_gmt":"2018-02-11T18:40:53","guid":{"rendered":"http:\/\/www.niconolden.de\/keimling\/?p=3056"},"modified":"2018-02-12T15:28:14","modified_gmt":"2018-02-12T13:28:14","slug":"in-eigener-sache-zurueck-im-vorposten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.niconolden.de\/keimling\/?p=3056","title":{"rendered":"IN EIGENER SACHE: Zur\u00fcck im Vorposten"},"content":{"rendered":"<h3 class=\"headline_sub\">Die Dissertation ist eingereicht, endlich kann es in diesem Blog weitergehen<\/h3>\n<p>In meinem vorherigen Beitrag bat ich um ein wenig Geduld, weil es mir im letzten halben Jahr enormen Zeitaufwand und ersch\u00f6pfend viel Energie abverlangte, die Arbeiten an meiner Dissertation abzuschlie\u00dfen. Daher legte ich im September schweren Herzens das Blog vor\u00fcbergehend auf Eis. Der <strong>Ausnahmezustand<\/strong> traf viele private, aber auch berufliche Bereiche meines Lebens. So stellte ich meine Mitarbeit im <a href=\"http:\/\/gespielt.hypotheses.org\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">-&gt;Arbeitskreis Geschichtswissenschaft und digitale Spiele (AKGWDS)<\/a> ein und lie\u00df unsere Hamburger <a href=\"https:\/\/www.geschichte.uni-hamburg.de\/arbeitsbereiche\/public-history\/projekte\/aggames-info.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">-&gt;AG Games<\/a> ruhen. R\u00fcckblickend waren diese Entscheidungen &#8211; so schwer mir diese R\u00fcckz\u00fcge fielen &#8211;\u00a0 sinnvoll und wichtig, um mein Mammut-Projekt zu beenden. Nun k\u00e4mpfe ich mich langsam aus dem Erdrutsch an liegengebliebenen Verpflichtungen nach oben.<\/p>\n<figure id=\"attachment_3064\" aria-describedby=\"caption-attachment-3064\" style=\"width: 1024px\" class=\"wp-caption alignright\"><a href=\"https:\/\/www.niconolden.de\/keimling\/wp-content\/uploads\/2018\/02\/18.01.30.-Dissertation-Druck-Foto-klein.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-3064\" src=\"https:\/\/www.niconolden.de\/keimling\/wp-content\/uploads\/2018\/02\/18.01.30.-Dissertation-Druck-Foto-klein.jpg\" alt=\"\" width=\"1024\" height=\"576\" srcset=\"https:\/\/www.niconolden.de\/keimling\/wp-content\/uploads\/2018\/02\/18.01.30.-Dissertation-Druck-Foto-klein.jpg 1024w, https:\/\/www.niconolden.de\/keimling\/wp-content\/uploads\/2018\/02\/18.01.30.-Dissertation-Druck-Foto-klein-300x169.jpg 300w, https:\/\/www.niconolden.de\/keimling\/wp-content\/uploads\/2018\/02\/18.01.30.-Dissertation-Druck-Foto-klein-768x432.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-3064\" class=\"wp-caption-text\">Meine Dissertation untersucht digitale Spiele als Erinnerungskulturelle Wissenssysteme. Sie entwickelt ein Arbeitsmodell, das geschichtswissenschaftliche Perspektiven sinnvoll strukturiert. Dessen Anwendung auf das Fallbeispiel &#8218;The Secret World&#8216; erwies sich als gewinnbringend. Im Januar 2018 reichte ich die Dissertation der Pr\u00fcfungskommission ein. (Abb. eigenes Foto)<\/figcaption><\/figure>\n<p>Daher setzt auch meine Arbeit zu historischen Inhalten digitaler Spiele, innovativen Spielprinzipien und deren technikkulturelle Geschichte hier wieder ein. So manchen Beitrag meines Blog seit 2009 nutzte ich quasi als eine externe Speichererweiterung f\u00fcr meine Doktorarbeit, damit Leserinnen und Leser diverse Aspekte meines Textes an detailreicheren Artikeln vertiefen k\u00f6nnen. Als Dissertationsblog aber war er nie gemeint. Daher endet meine Arbeit auch nicht damit, dass die Dokterarbeit nun an der Universit\u00e4t Hamburg eingereicht ist. Als geschichtswissenschaftlicher <strong>Vorposten<\/strong> im weitgehend unerschlossenen Niemandsland von digitalen Spielen, die historisch inszenieren, bleibt er mir sogar \u00e4u\u00dferst wichtig. Von Beginn an trieb mich eine zentrale Motivation: Ich m\u00f6chte Forschenden und Studierenden verst\u00e4ndlich neue Perspektiven auf Geschichte in und um digitale Spiele aufzeigen, aber eben auch Lehrende an Schulen, Entwicklerinnen und Entwickler sowie journalistisch Interessierte mit einbeziehen. Meine Projekte in den vergangenen Jahren bewiesen mir \u00fcberaus eindeutig, wie gewinnbringend ein Austausch unter diesen Gruppen f\u00fcr alle Beteiligten ist.<\/p>\n<p>Dass es also endlich weitergehen kann, erleichtert mich sehr. Schlie\u00dflich brennen mir seit einem halben Jahr gro\u00dfe und kleine Themen unter den N\u00e4geln, zu denen zu schweigen ich verdammt war. Ein paar Beispiele, die erkl\u00e4ren, warum es so feurig brannte, nennt dieser Beitrag weiter unten. Als n\u00e4chstes aber fu\u00dft zun\u00e4chst ein neuer Blogartikel auf der Zusammenarbeit mit dem <a href=\"http:\/\/gts7000.hypotheses.org\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">-&gt;Talk-Show-Format gts7000<\/a>. In ihrer Sendung am 8. M\u00e4rz werden Historikerinnen und Historiker unter dem Leitmotiv &#8222;<strong>History Making on Playstation?<\/strong>&#8220; dar\u00fcber diskutieren, wie digitale Spiele Geschichte inszenieren. Mich baten die Veranstalter um einen Beitrag dazu, wor\u00fcber ich mich sehr freue. Ich stelle eine Art Forderungskatalog zur Diskussion, wie sich die Geschichtswissenschaft meiner Ansicht nach v\u00f6llig neu gegen\u00fcber digitalen Spielen aufstellen muss&#8230;<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<h3>Das Ende einer langen Reise<\/h3>\n<p>Die j\u00fcngsten Monate f\u00fchrten in der Dissertation alle F\u00e4den zusammen, die ich in den vielen vergangenen Jahren aufgenommen hatte. Da kam einiges zusammen. Die Erkenntnis wuchs im Laufe der Zeit, dass digitale Spiele wesentlich mehr an historischen Inszenierungen zu bieten haben, als in der Geschichtswissenschaft zur <strong>Kenntnis<\/strong> genommen wird. Das betrifft die Darstellungen von historischen Epochen, Zugriffsm\u00f6glichkeiten \u00fcber verschiedene Teildisziplinen und anregende Impulse aus anderen geisteswissenschaftlichen Gebieten, dem Spielejournalismus und aus dem Game Design. Auch historische Aspekte der Spielkultur und der technologischen Entwicklungen ordnet die Forschung bislang wenig ad\u00e4quat ein. Als verantwortlich daf\u00fcr stellte sich beispielsweise heraus, dass die Frage bislang nicht beantwortet ist, was denn \u00fcberhaupt das Historische an einem digitalen Spiel verk\u00f6rpert. Zudem fehlt ein Verst\u00e4ndnis f\u00fcr den medialen Charakter digitaler Spiele und ein Diskurs dar\u00fcber, was dieser f\u00fcr die historischen Inszenierungen bedeutet.<\/p>\n<p>Letztlich durchleuchtet meine Dissertation also im ersten gro\u00dfen Teil welche Auffassungen des Historischen in digitalen Spielen in der Branche und der Wissenschaft kursieren. Sie erschlie\u00dft die Medialit\u00e4t digitaler Spiele in Bezug auf historische Inszenierungen und er\u00f6rtert auf dieser Grundlage einen geschichtswissenschaftlich geeigneten, methodischen Umgang mit ihnen. Dass der fachliche <strong>Diskurs<\/strong> sich um Schwerpunkte konzentriert, dabei erhebliche L\u00fccken aufweist und manche Bereiche noch gar nicht aufgreift, erl\u00e4uterte ich an einer gro\u00dfen Zahl von Beispielen. Insgesamt lie\u00dfen sich daraus vier geschichtswissenschaftliche Erkenntnisinteressen kondensieren: Geschichtsbilder, zeithistorische R\u00fcckkopplungen, eine technikkulturelle Geschichte digitaler Spiele und Erinnerungskulturelle Wissenssysteme. Aus den Befunden entwickelte ich zusammen mit einem Begriff des Historischen ein geschichtswissenschaftliches Arbeitsmodell, mit dem sich Forschende vergleichend digitalen Spielen n\u00e4hern k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Gerade f\u00fcr Massively-Multiplayer Online Role-Playing Games (MMORPG) &#8211;\u00a0 oder k\u00fcrzer: <strong>Online-Rollenspiele<\/strong> &#8211; produzieren Entwicklerinnen und Entwicklern weitl\u00e4ufige Spielwelten, wo historische Inszenierungen in den verschiedensten Varianten zu finden sind. Mit dem dortigen historischen Wissensangebot interagiert jedoch nicht nur ein Spieler oder eine Spielerin, gro\u00dfe Spielergemeinschaften handeln gleichzeitig in und mit der Spielwelt und kommunizieren \u00fcber ihre historischen Aspekten. So entsteht eine Erinnerungskultur. Daher untersuchte ich das Fallbeispiel <a href=\"https:\/\/www.secretworldlegends.com\/de\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">-&gt;The Secret World<\/a> intensiv entlang der zuvor entwickelten Kategorien als Erinnerungskulturelles Wissenssystem, was meiner Ansicht nach zu faszinierenden Ergebnissen f\u00fchrte.<\/p>\n<p>Was diese Ergebnisse angeht, muss ich jedoch um Geduld bitten, denn meine Dissertation reichte ich am 31. Januar an der Universit\u00e4t Hamburg in das <strong>Pr\u00fcfungsverfahren<\/strong> ein. Daher wird es noch eine Weile dauern, bis die Pr\u00fcferinnen und Pr\u00fcfer ihr Urteil f\u00e4llen. Wenn jedoch alles gut geht, dann k\u00f6nnte ein Druck bereits im Herbst 2018 folgen.<\/p>\n<h3>Es brennt! Es brennt!<\/h3>\n<p>Mir brennen seit dem September so einige historische Themen zu digitalen Spielen unter den N\u00e4geln, denen ich mich nun langsam wieder widmen kann. Ersch\u00f6pfend kann ich sie hier gar nicht rekapitulieren. Viele Themen von historischer Relevanz ber\u00fchrten im letzten halben Jahr digitale Spiele. Beispielsweise fuhr das Endzeit-MMO <a href=\"https:\/\/tomclancy-thedivision.ubisoft.com\/game\/de-de\/home\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">-&gt;The Division<\/a> vor mehr als einem Jahr herbe Kritik ein, weil es angeblich den Homeland Security Act unreflektiert umsetzte und ein fragw\u00fcrdiges <strong>Menschenbild<\/strong> zeichnete. Ich kam erst viel sp\u00e4ter als die anderen Kritiker dazu, das MMO bis in jeden Winkel zu erkunden, und erlebte ein ganz anderes Spiel. Mir scheint, dass diese Diskrepanz an unterschiedlichen Spielertypen und Spielweisen liegen k\u00f6nnte.<\/p>\n<p>Der Bombast-Blockbuster <a href=\"https:\/\/www.callofduty.com\/de\/wwii\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">-&gt;Call of Duty World War II<\/a> lie\u00df mir ebenfalls die Finger jucken. Die Inszenierung des Zweiten Weltkrieges ab der Landung in der Normandie ist nicht nur atemberaubend, sondern atemberaubend r\u00fcckw\u00e4rtsgewandt. Mit beeindruckender Grafik kroch hier ein Relikt des vorigen Jahrhunderts aus dem <strong>Kriegsnebel<\/strong> hervor, ignorierte f\u00fcnfzehn Jahre spielekultureller Fortentwicklung und inszenierte ein Narrativ der &#8218;Greatest Generation&#8216;, das ich eigentlich \u00fcberwunden glaubte.<\/p>\n<p>\u00c4hnlich k\u00f6nnten popul\u00e4re Geschichtsinterpretationen auch bei einem Mittelalter-Rollenspiel problematisch sein, das in der kommenden Woche erscheint. Im Januar er\u00f6ffnete ein Kollege aus dem <a href=\"http:\/\/gespielt.hypotheses.org\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">-&gt;AKGWDS<\/a> scharf eine Debatte, die im Spielejournalismus einige Wellen schlug. Jan Heinemann kritisierte die Berichterstattung \u00fcber <a href=\"https:\/\/www.kingdomcomerpg.com\/de\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">-&gt;Kingdom Come: Deliverance<\/a> heftig, weil niemand thematisiere, wie das arg nationalistische Geschichtsbild des Lead-Entwicklers des hei\u00df erwarteten Rollenspiels das inszenierte <strong>Mittelalterbild<\/strong> gef\u00e4hrlich verzerren k\u00f6nne. Mich haben die Enth\u00fcllungen \u00fcber den Designer, den ich eigentlich sehr bewundere, betroffen gemacht, regelrecht entt\u00e4uscht. Dass er die Spielejournalisten dazu brachte, sich einmal mit dem ideologischen \u00dcberbau digitaler Spiele zu befassen, fand ich gro\u00dfartig. Allerdings halte ich die Sch\u00e4rfe der Anklageschrift gegen das Spiel selbst f\u00fcr verfr\u00fcht, weil es schlicht noch nicht ver\u00f6ffentlich ist. Ich kann also noch gar nicht beurteilen, wie und ob sich die Einstellungen des Designers in der vermuteten Art dort niederschlagen. Und bei der angeblichen Spieldauer des Titels wird ein Beitrag dazu hier im Blog wohl eher l\u00e4nger auf sich warten lassen.<\/p>\n<p>Eine \u00e4hnliche Kontroverse ahne ich f\u00fcr das kommende Wirtschaftsaufbauspiel <a href=\"https:\/\/www.ubisoft.com\/de-de\/game\/anno-1800\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">-&gt;Anno 1800<\/a> voraus. Die deutsche Traditionsreihe wechselt mit jedem Ableger die historischen Schaupl\u00e4tze, gastierte zwischenzeitlich sogar in der Zukunft. Dieses Mal thematisieren die Entwickler die <strong>Industrialisierung<\/strong>, Arbeiterrechte und Restauration im 19. Jahrhundert, wobei Waren quer durch die Spielwelt gehandelt werden. Pittoresque lassen\u00a0 sich St\u00e4dte mit einem Zoo voller exotischer Tiere aufwerten, die Frage aber, woher denn diese Tiere kommen, f\u00fchrt nat\u00fcrlich direkt in den Kolonialismus. Das Zeitalter der Industrialisierung ist \u00fcberhaupt nicht von der \u00fcberseeischen Ausbeutung der Kolonien und vom konkurrierenden Imperialismus der Nationalstaaten zu trennen. Ich bin h\u00f6chst gespannt, wie der deutsche Entwickler <a href=\"http:\/\/www.bluebyte.com\/de\/home\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">-&gt;Ubisoft Blue Byte<\/a> dies in seiner Spielmechanik abbilden wird. Wenn nicht&#8230; uh, na hoffen wir es einfach.<\/p>\n<p>Und das sind alles nur Titel mit gro\u00dfen Budgets, eine Vielzahl von <strong>Independent-Spiele<\/strong>n beobachtete ich fasziniert im vergangenen Halbjahr, die interessante Konzepte in sich trugen. Das Coming-of-Age-Abenteuer <a href=\"http:\/\/nightschoolstudio.com\/oxenfree\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">-&gt;Oxenfree<\/a> etwa inszeniert eine geheimnisvolle Insel und ihren historischen Hintergrund mithilfe von Radiosendungen und Touristeninformationen, die mithilfe eines Kofferradios im \u00c4ther gesucht werden m\u00fcssen. Die Hamburger von <a href=\"http:\/\/www.osmotic-studios.de\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">-&gt;Osmotic Games<\/a> zeigten mit ihrem Textadventure<a href=\"http:\/\/www.surpriseattackgames.com\/portfolio-items\/orwell-ignorance-is-strength\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\"> -&gt;Orwell<\/a>, was geschehen k\u00f6nnte, wenn \u00dcberwachungsfeteschisten allzu m\u00e4chtige Werkzeuge in die H\u00e4nde fielen. Ich k\u00f6nnte die Liste der entdeckten Perlen noch recht lange weiter aufreihen. Keine Ahnung, wie ich das aufarbeiten soll. Schlie\u00dflich erscheint st\u00e4ndig Neues.<\/p>\n<h3>Tue Gutes und redet dar\u00fcber&#8230;<\/h3>\n<p>Bevor ich aber mit Beitr\u00e4gen zu diesen Spielen \u00fcberhaupt beginnen kann, stelle ich f\u00fcr die <strong>Talkrunde<\/strong> <a href=\"http:\/\/gts7000.hypotheses.org\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">-&gt;Geschichtstalk im Super 7000<\/a> am 8. M\u00e4rz die oben genannten Thesen zusammen. Unterst\u00fctzt von dem Portal <a href=\"https:\/\/lisa.gerda-henkel-stiftung.de\/gts7000\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">-&gt;L.I.S.A der Gerda-Henkel-Stiftung<\/a> treffen hier Historikerinnen und Historiker zusammen, um zeithistorisch relevante Themen zu besprechen. Ich freue mich sehr, dass sie in Zeiten, in denen Geschichtsklitterer in die Parlamente einziehen, offensiv in die \u00d6ffentlichkeit treten und Diskurse setzen. Themen waren etwa die Historisierung der Bundestagswahl oder j\u00fcngst die Traditionen der Bundeswehr. Manches hatte technisch Experimentcharakter, ist aber inhaltlich sehenswert.<\/p>\n<p>In der kommenden Sendung am 8. M\u00e4rz behandeln die Diskutierenden historische Inszenierungen in digitalen Spielen. Ich gebe zu, dass ich es f\u00fcr eine Fehlkonstruktion des <strong>Format<\/strong>es halte, in den Runden nicht jeweils ein paar Expertinnen und Experten die Themen f\u00fcr die \u00d6ffentlichkeit aufbereiten zu lassen. Die Diskutierenden betrachten digitale Spiele aus einer \u00e4u\u00dferen Perspektive und forschen nicht dazu. Missverst\u00e4ndnisse scheinen mir daher vorprogrammiert. Die These, dass sich Expertinnen oder Experten in Details verlieren w\u00fcrden, teile ich nicht. Dem Moderator Georgios Chatzoudis ist durchaus zuzutrauen, dem entgegenzuwirken.<\/p>\n<p>Hervorragend geeignet h\u00e4tte sich etwa der Wiener Kulturhistoriker Eugen Pfister f\u00fcr die Runde. Allerdings freue ich mich, dass er wie einige andere Mitglieder des <strong>AKGWDS<\/strong> &#8211; und so auch ich &#8211; wenigstens schriftliche Beitr\u00e4ge und Interviews dazu beisteuern. Zu diesem gesellschaftlich virulenten und immer noch geschichtswissenschaftlich viel zu oberfl\u00e4chlich behandelten Thema ist eine Diskussion jedenfalls \u00fcberf\u00e4llig. Im Laufe der kommenden Woche folgt daher in diesem Blog das 10-Punkte-Programm, dass hoffentlich der Diskussionsrunde die n\u00f6tigen Ansatzpunkte liefert. Und nach dessen Lekt\u00fcre nicht vergessen: 8. M\u00e4rz, einschalten!<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">*<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Dissertation ist eingereicht, endlich kann es in diesem Blog weitergehen In meinem vorherigen Beitrag bat ich um ein wenig Geduld, weil es mir im letzten halben Jahr enormen Zeitaufwand und ersch\u00f6pfend viel Energie abverlangte, die Arbeiten an meiner Dissertation abzuschlie\u00dfen. 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