{"id":2728,"date":"2016-09-30T14:37:05","date_gmt":"2016-09-30T12:37:05","guid":{"rendered":"http:\/\/www.niconolden.de\/keimling\/?p=2728"},"modified":"2016-11-15T00:02:54","modified_gmt":"2016-11-14T22:02:54","slug":"kommentar-gibts-das-auch-als-film-teil-4","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.niconolden.de\/keimling\/?p=2728","title":{"rendered":"KOMMENTAR: Gibt&#8217;s das auch als Film? (Teil 4)"},"content":{"rendered":"<h3 class=\"headline_sub\">Teil 4 &#8211; Netzwerk-Knoten<\/h3>\n<hr \/>\n<address>Schon lange hatte ich geplant, dem <strong>Spielejournalismus<\/strong> in seinen verschiedenen Formen, einen umfassenden Beitrag zu widmen. Der Artikel sollte vor allem die gegenw\u00e4rtige Lage der Redakteure und TV-Produzenten kommentieren &#8211; mit einem Schwerpunkt im deutschsprachigen Raum. In j\u00fcngster Zeit brechen sich nun zahlreiche Entwicklungen Bahn, welche dem Spielejournalismus rasant ein neues Gesicht verleihen.<\/address>\n<address>Es ist h\u00f6chste Zeit, dass mein Blog in einen <strong>Rundumschlag<\/strong> den gegenw\u00e4rtigen Status zusammenfasst. Angesichts der Vielzahl von Ver\u00e4nderungen konnte dieser \u00dcberblick nur sehr lang werden. Daher erscheinen im Abstand von wenigen Tagen mehrere Blogbeitr\u00e4ge zu verschiedenen Facetten. Die Serie schlie\u00dft mit einer Bewertung der j\u00fcngsten Ver\u00e4nderungen und einem ebenso vorsichtigen wie gewagten Ausblick.<\/address>\n<div><a href=\"https:\/\/www.niconolden.de\/keimling\/?p=2667\"><strong>Teil 1 &#8211; Feuilleton gegen Stiftung Warentest<\/strong><\/a><br \/>\n<a href=\"https:\/\/www.niconolden.de\/keimling\/?p=2706\"><strong>Teil 2 &#8211; Altlast des Objektivismus<\/strong><\/a><br \/>\n<a href=\"https:\/\/www.niconolden.de\/keimling\/?p=2721\"><strong>Teil 3 &#8211; Der digitale Tsunami<\/strong><\/a><br \/>\n<a href=\"https:\/\/www.niconolden.de\/keimling\/?p=2728\"><strong>Teil 4 &#8211; Netzwerk-Knoten<\/strong><\/a><br \/>\n<a href=\"https:\/\/www.niconolden.de\/keimling\/?p=2753\"><strong>Teil 5 &#8211; Die Youtubisierung des Abendlandes<\/strong><\/a><br \/>\n<strong>Teil 6 &#8211; Ein vorsichtiger Ausblick (folgt)<\/strong><\/div>\n<hr \/>\n<h3>Geflecht<\/h3>\n<p>Nachdem der digitale Tsunami durch die journalistische Landschaft gefegt war, hinterlie\u00df er eine wachsende Zahl an ehemaligen Redakteuren, die nun als Honorarkr\u00e4fte frei am Markt konkurrierten. Das waren keineswegs Einzelf\u00e4lle, sondern eine Vielzahl von talentierten Menschen. Der Arbeitsmarkt wurde recht schnell eisig, weil so viele entlassene Talente in freier <strong>Konkurrenz<\/strong> die Preise verdarben &#8211; und wohl noch immer verderben. Als damals beispielsweise eine massive K\u00fcndigungswelle durch das Hamburger Verlagshaus <a href=\"http:\/\/www.guj.de\/\">-&gt;Gruner+Jahr<\/a> schlug, bewarben sich langj\u00e4hrige, ehemalige Journalisten als Praktikanten auf ihre ehemaligen Stellen &#8211; das war nicht nur ein unw\u00fcrdiger Umgang, sondern ver\u00e4nderte auch nachhaltig die Qualit\u00e4t der Magazine.<\/p>\n<figure id=\"attachment_2776\" aria-describedby=\"caption-attachment-2776\" style=\"width: 500px\" class=\"wp-caption alignright\"><a href=\"https:\/\/www.niconolden.de\/keimling\/wp-content\/uploads\/2016\/09\/MakingGames_NetzwerkePersonen.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-2776\" src=\"https:\/\/www.niconolden.de\/keimling\/wp-content\/uploads\/2016\/09\/MakingGames_NetzwerkePersonen.jpg\" alt=\"Suchspiel: Wie viele spielekulturell bedeutsame Netzwerke finden Sie im Cover der Making Games aus 2015? Der nachfolgende Beitrag bringt Licht ins Dunkel. (Abb. eigenes Foto)\" width=\"500\" height=\"318\" srcset=\"https:\/\/www.niconolden.de\/keimling\/wp-content\/uploads\/2016\/09\/MakingGames_NetzwerkePersonen.jpg 500w, https:\/\/www.niconolden.de\/keimling\/wp-content\/uploads\/2016\/09\/MakingGames_NetzwerkePersonen-300x191.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 500px) 100vw, 500px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-2776\" class=\"wp-caption-text\">Ein Suchspiel: Wie viele Netzwerke mit Bedeutung f\u00fcr die Spielekultur finden Sie allein auf dem Cover der Making Games aus 2015? Wer nicht wenigstens auf sechs kommt, sollte den nachfolgenden Artikel sorgf\u00e4ltig lesen&#8230; (Abb. eigenes Foto)<\/figcaption><\/figure>\n<p>Auf der anderen Seite entstanden aus der Asche des Arbeitsmarktes nun Netzwerke von Personen, die sich unabh\u00e4ngig von <strong>Strukturen<\/strong> wie Verlagen zu eigenen webbasierten Projekten zusammenschlossen. Dort probierten sie sich mit neuen Formaten und Themen aus. Nat\u00fcrlich schlugen sich diese Netzwerke auch institutionell nieder, zum Beispiel im Autoren-Netzwerk von Zeitschriften, die auf professionelle Akteure aus der Games-Branche zur\u00fcckgreifen. Diese setzen Honorarkr\u00e4fte gelegentlich auch sinnvoll als Spezialisten ein, weil sie als Gastautoren aus verschiedenen Feldern nahe an bestimmten Facherfahrungen stehen &#8211; im Zweifel hat man sich jedoch daf\u00fcr mit einer sperrigen Schreibe zu arrangieren.<\/p>\n<p>Die Entlohnung aber sinkt immer weiter, so dass die freien Spielejournalisten ums \u00dcberleben k\u00e4mpfen; so wie die noch fest angestellten Redakteure bangen, ebenfalls freigesetzt zu werden. F\u00fcr die Seite der Journalisten ist dies ein bedauernswerter Zustand, der sich jedoch nicht \u00e4ndern wird, solange sich keine tragf\u00e4higen Wertsch\u00f6pfungsideen entwickeln. Aus <strong>Kundensicht<\/strong> aber entstand durch die kreativen Geister im Web eine pulsierende, lebendige Szene, die mit immer neuen Ideen und Themen ein spannendes, informelles Netzwerk f\u00fcr die Spielekultur bilden. Dieser Teil lenkt daher den Fokus einmal auf diese Netzwerke&#8230;<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<h3>Spielmacher<\/h3>\n<p>Als Erscheinungsformen solcher fachlicher Netzwerke haben sich alte und neue Magazine erwiesen. Sie etablierten institutionelle Plattformen, die sich immer tiefer in die Business-Landschaft einschrieben. So ist das Autoren-Netz der <a href=\"http:\/\/www.gamestar.de\/\">-&gt;Gamestar<\/a> in der europ\u00e4ischen wie auch der internationalen Spielewelt pures <strong>Gold<\/strong> wert. Merklich wird das zum Beispiel, weil Autoren es mithilfe des Renomm\u00e9e eines solchen Magazins leichter f\u00e4llt, namhafte Figuren der Branche zu speziellen Anliegen zu interviewen. Das d\u00fcrfte nicht jedem Blog-Betreiber gelingen. F\u00fcr diesen Expertenruf verantwortlich ist neben der best\u00e4ndigen Marke des Magazins auch die sehr erfolgreiche <a href=\"http:\/\/www.makinggames.biz\/\">-&gt;making games<\/a>, eine Zeitschrift von der Branche f\u00fcr die Branche. Deren Beitr\u00e4ge verfassen h\u00e4ufig Entwickler und Publisher, jedoch auch Spieleredakteure. Allerdings hat sich bei dem Magazin eine wichtige Ver\u00e4nderung eingestellt, deren m\u00f6gliche Folgen noch thematisiert werden.<\/p>\n<figure id=\"attachment_2773\" aria-describedby=\"caption-attachment-2773\" style=\"width: 500px\" class=\"wp-caption alignright\"><a href=\"https:\/\/www.niconolden.de\/keimling\/wp-content\/uploads\/2016\/09\/MAkingGames_CoversMINI.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-2773\" src=\"https:\/\/www.niconolden.de\/keimling\/wp-content\/uploads\/2016\/09\/MAkingGames_CoversMINI.jpg\" alt=\"Abb. Zwischen den Netzwerken der Unternehmen, Einzelfallstudien, Trendanalysen und einem Blick auf regionale Spielkulturen des ganzen Globus zeichnet die Making Games ein Bild von der spielekulturellen Verfassung in der Branche und unter Entwicklern. (Abb. eigenes Foto)\" width=\"500\" height=\"281\" srcset=\"https:\/\/www.niconolden.de\/keimling\/wp-content\/uploads\/2016\/09\/MAkingGames_CoversMINI.jpg 500w, https:\/\/www.niconolden.de\/keimling\/wp-content\/uploads\/2016\/09\/MAkingGames_CoversMINI-300x169.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 500px) 100vw, 500px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-2773\" class=\"wp-caption-text\">Zwischen den Netzwerken der Unternehmen, Einzelfallstudien, Trendanalysen und einem Blick auf regionale Spielkulturen des ganzen Globus zeichnet die Making Games ein Bild von der spielekulturellen Verfassung in der Branche und unter Entwicklern. (Abb. eigenes Foto)<\/figcaption><\/figure>\n<p>Diese Branchen-Institution wurde 2005 unter dem Namen <em>\/gamestar\/dev\/<\/em> geboren, zun\u00e4chst verantwortet von Gunnar Lott und Andre Horn (siehe <a href=\"http:\/\/www.gamestar.de\/news\/branche\/1455028\/_gamestar_dev.html\" target=\"_blank\">-&gt;\/gamestar\/dev\/ &#8211; IDG launcht Magazin f\u00fcr Spieleentwickler<\/a>, in: Gamestar.de vom 15.7.2005). Vor allem aber wurde das Magazin von Heiko Klinge mit Leidenschaft und Energie fortentwickelt. Das Projekt sollte helfen, jenseits von dem Wanderzirkus sporadischer Fachkonferenzen einen regelm\u00e4\u00dfigen, ortsunabh\u00e4ngigen <strong>Austausch<\/strong> der Entwickler und Produzenten \u00fcber digitale Spiele, ihre Produktion und ihr Umfeld zu f\u00f6rdern. Zaghaft wagte man sich im Gr\u00fcndungsjahr an viertelj\u00e4hrliche Ausgaben. Langj\u00e4hrige Akteure der Branche dokumentieren in dem Magazin ihre Erfahrung und geben sie weiter. Neue Ideen und Impulse setzen Startups, Praktiker und Ausbilder, Forscher etwa aus Medienwissenschaft, \u00d6konomie und Psychologie oder auch K\u00fcnstler und Designer. Zudem gibt ein Serviceteil Tipps in Rechtsfragen oder stellt L\u00f6sungen in der Programmierung vor. Damit geht die <a href=\"http:\/\/www.makinggames.biz\/\">-&gt;making games<\/a> auch \u00fcber den Branchenteil der britischen <a href=\"http:\/\/www.gamesradar.com\/edge\/\" target=\"_blank\">-&gt;Edge<\/a> hinaus (siehe <a href=\"https:\/\/www.niconolden.de\/keimling\/?p=2721\"><strong>Teil 3 &#8211; Der digitale Tsunami<\/strong><\/a>)<\/p>\n<figure id=\"attachment_2768\" aria-describedby=\"caption-attachment-2768\" style=\"width: 500px\" class=\"wp-caption alignright\"><a href=\"https:\/\/www.niconolden.de\/keimling\/wp-content\/uploads\/2016\/09\/MakingGames_Webauftritt.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-2768\" src=\"https:\/\/www.niconolden.de\/keimling\/wp-content\/uploads\/2016\/09\/MakingGames_Webauftritt.jpg\" alt=\"Abb.: Die Webseite von Making Games ist der wesentlichste Knotenpunkt zwischen Branchenakteuren, dem Arbeitsmarkt, Trends und Technologien sowie der Spielekultur. (Abb. eigener Screenshot)\" width=\"500\" height=\"376\" srcset=\"https:\/\/www.niconolden.de\/keimling\/wp-content\/uploads\/2016\/09\/MakingGames_Webauftritt.jpg 500w, https:\/\/www.niconolden.de\/keimling\/wp-content\/uploads\/2016\/09\/MakingGames_Webauftritt-300x226.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 500px) 100vw, 500px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-2768\" class=\"wp-caption-text\">Die Webseite von Making Games ist der wesentlichste Knotenpunkt zwischen Branchenakteuren, dem Arbeitsmarkt, Trends und Technologien sowie der Spielekultur. (Abb. eigener Screenshot)<\/figcaption><\/figure>\n<p>In mehr als zehn Jahren hat das Magazin, das mittlerweile 6 Mal im Jahr erscheint, seinen Themen- und Leserkreis erheblich <strong>internationalisiert<\/strong>. Waren die Beitr\u00e4ge und ihre Sch\u00f6pfer vorher eher deutschsprachig und regional, tragen heute englischsprachige Artikel und renommierte Gastschreiber mehr internationale Relevanz in die Ausgaben. Bisher gelang es den Herausgebern dennoch recht gut, auch eine spezielle mitteleurop\u00e4ische Sicht auf die Dinge zu bewahren &#8211; nur sind auch solche Beitr\u00e4ge h\u00e4ufiger auf englisch und nicht mehr deutsch. In der extrem transnationalen Gemeinde der Spieleentwickler und -produzenten wird jedoch englisch als Umgangssprache ohnehin \u00fcberall vorausgesetzt.<\/p>\n<p>Im Laufe der Jahre baute der Verlag auch sein Webangebot aus, richtete einen Stellenmarkt sowie einen Newsstream ein und animierte Entwickler zu eigenen Blogs in der hauseigenen Farm. Mit der <strong>Jobmesse<\/strong> <a href=\"https:\/\/www.xing-events.com\/Talents_Berlin2016.html\" target=\"_blank\">-&gt;making games Talents<\/a>, die 2016 zum Beispiel in Berlin stattfand, f\u00fchrte sie die Branche mit den ausbildenden Standorten in Deutschland zusammen. Ich w\u00fcrde sagen, das dies kein geringer Verdienst in einem Land ist, das ausgerechnet in diesem Hochtechnologiebereich noch immer meint, weitgehend auf staatlich organisierte Ausbildungsg\u00e4nge verzichten zu k\u00f6nnen. Jaja, &#8222;Neuland&#8220;, schon klar.<\/p>\n<figure id=\"attachment_2767\" aria-describedby=\"caption-attachment-2767\" style=\"width: 500px\" class=\"wp-caption alignright\"><a href=\"https:\/\/www.niconolden.de\/keimling\/wp-content\/uploads\/2016\/09\/GamesMarkt_Webauftritt.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-2767\" src=\"https:\/\/www.niconolden.de\/keimling\/wp-content\/uploads\/2016\/09\/GamesMarkt_Webauftritt.jpg\" alt=\"Abb. Aufger\u00e4umt, aber auch etwas dr\u00f6ge pr\u00e4sentiert sich GamesMarkt im Netz, ist jedoch eine zentrale Informationsquelle \u00fcber die Branche und ihre Daten. Zudem verkn\u00fcpft das Portal mit Musik und Film mehrere Branchen. (Abb. eigener Screenshot)\" width=\"500\" height=\"344\" srcset=\"https:\/\/www.niconolden.de\/keimling\/wp-content\/uploads\/2016\/09\/GamesMarkt_Webauftritt.jpg 500w, https:\/\/www.niconolden.de\/keimling\/wp-content\/uploads\/2016\/09\/GamesMarkt_Webauftritt-300x206.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 500px) 100vw, 500px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-2767\" class=\"wp-caption-text\">Aufger\u00e4umt, aber auch etwas dr\u00f6ge pr\u00e4sentiert sich GamesMarkt im Netz, ist jedoch eine zentrale Informationsquelle \u00fcber die Branche und ihre Daten. Zudem verkn\u00fcpft das Portal mit Musik und Film mehrere Branchen. (Abb. eigener Screenshot)<\/figcaption><\/figure>\n<p>Mit dem Konzept und der N\u00e4he zur <a href=\"http:\/\/www.gamestar.de\/\">-&gt;Gamestar<\/a>, dem Leitmagazin der deutschsprachigen Spieleszene, grub die <a href=\"http:\/\/www.makinggames.biz\/\">-&gt;making games<\/a> ihrem Hauptkonkurrenten <a href=\"http:\/\/www.mediabiz.de\/games\/news?biz=gamesbiz&amp;q=domain\">-&gt;GamesMarkt<\/a> zunehmend das Wasser ab. Dieses Magazin, das bis 2014 Teil des Hamburger Verlages <a href=\"http:\/\/www.guj.de\/\">-&gt;Gruner+Jahr<\/a> war, konzentrierte sich st\u00e4rker auf die <strong>Business<\/strong>-Aspekte der Spieleentwicklung, steuerte damit jedoch zur Spielekultur eine andere Perspektive bei und lieferte zudem handfeste Daten. Nach dem Wechsel aller Anteile zum Verleger Busch unterzog sich der Mitbewerber einen Makeover und startete Anfang 2016 einen Relaunch. Ob der Versuch von Erfolg gekr\u00f6nt wird, bleibt abzuwarten.<\/p>\n<p>Im Juni dieses Jahres startete zudem das reine Web-Portal <a href=\"http:\/\/www.gameswirtschaft.de\/\">-&gt;gameswirtschaft.de<\/a> als neue Konkurrenz. Das von <a href=\"http:\/\/www.gameswirtschaft.de\/author\/petra-froehlich\/\">-&gt;Petra Fr\u00f6hlich<\/a> federf\u00fchrend repr\u00e4sentierte Portal f\u00fcr Informationen aus der Games-Branche hat sich als umfassendes Nachrichtenmagazin zwar mit soliden Sachinformationen gut eingef\u00fchrt, verf\u00e4llt aber h\u00e4ufig in rei\u00dferische <strong>Tabloid<\/strong>-Schlagzeilen. Etwas \u00fcbertrieben erschien mir etwa j\u00fcngst der Totengesang auf die Free-To-Play-Akteure in Deutschland. Da bleibt die <a href=\"http:\/\/www.makinggames.biz\/\">-&gt;making games<\/a> deutlich sachlicher, unaufgeregter und differenzierter. Energisch widersprach dem Abgesang auch der Gr\u00fcnder des Hamburger Studios <a href=\"https:\/\/bytro.com\/\">-&gt;Bytro Labs<\/a> in einer Kolumne bei <a href=\"http:\/\/www.gameswirtschaft.de\/\">-&gt;gameswirtschaft.de<\/a> (siehe <a href=\"http:\/\/www.gameswirtschaft.de\/meinung\/browsergames-bytro-labs-felix-faber\/\">-&gt;Felix Faber: Browsergames? Denen geht es super, danke der Nachfrage<\/a>, in: <em>gameswirtschaft.de<\/em> vom 28.9.2016). Man k\u00f6nnte sagen, es entwickelt sich da eine Art <a href=\"http:\/\/www.focus.de\">-&gt;Focus Online<\/a> f\u00fcr die Games-Branche. Solange dort fundierter recherchiert wird als bei dem Magazin, das einstmals als Spiegelkonkurrent angetreten war, soll mir diese neue Stimme am Markt recht sein.<\/p>\n<figure id=\"attachment_2766\" aria-describedby=\"caption-attachment-2766\" style=\"width: 500px\" class=\"wp-caption alignright\"><a href=\"https:\/\/www.niconolden.de\/keimling\/wp-content\/uploads\/2016\/09\/Gameswirtschaft_Nachrichtenmag.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-2766\" src=\"https:\/\/www.niconolden.de\/keimling\/wp-content\/uploads\/2016\/09\/Gameswirtschaft_Nachrichtenmag.jpg\" alt=\"Abb.: Im Webportal bietet gameswirtschaft.de Meinungsartikel, aber auch handfeste Informationen und Statistiken mit gelegentlich etwas marktschreierischem Gem\u00fct. (Abb.: eigener Screenshot)\" width=\"500\" height=\"396\" srcset=\"https:\/\/www.niconolden.de\/keimling\/wp-content\/uploads\/2016\/09\/Gameswirtschaft_Nachrichtenmag.jpg 500w, https:\/\/www.niconolden.de\/keimling\/wp-content\/uploads\/2016\/09\/Gameswirtschaft_Nachrichtenmag-300x238.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 500px) 100vw, 500px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-2766\" class=\"wp-caption-text\">Im Webportal bietet gameswirtschaft.de seit Mitte 2016 Meinungsartikel, aber auch handfeste Informationen und Statistiken mit gelegentlich etwas marktschreierischem Gem\u00fct. (Abb.: eigener Screenshot)<\/figcaption><\/figure>\n<p>Das Spektrum der Branchenmagazine stark verschieben k\u00f6nnte nun der recht pl\u00f6tzliche <strong>Verkauf<\/strong> von <a href=\"http:\/\/www.makinggames.biz\/\">-&gt;making games<\/a> an den <a href=\"http:\/\/www.computec.de\/\">-&gt;Computec Verlag<\/a> anfang 2016. Damit gehen die <a href=\"http:\/\/www.gamestar.de\">-&gt;Gamestar<\/a> und das Branchenmagazin getrennte Wege. Auf m\u00f6gliche Auswirkungen dieser Z\u00e4sur komme ich im Ausblick zur\u00fcck, zuvor aber muss ich zu deren Verst\u00e4ndnis erst die anderen Teile dieser Artikelreihe ausf\u00fchren.<\/p>\n<h3>Reputation ist Macht<\/h3>\n<p>Die <a href=\"http:\/\/www.makinggames.biz\/\">-&gt;making games<\/a> war zumindest bisher ein wichtiges Verbindungsglied zwischen der Spielekultur und den Produzenten von digitalen Spielen. Ihre Leserschaft reicht weit \u00fcber den deutschsprachigen Raum hinaus, weshalb man ihre <strong>Relevanz<\/strong> keinesfalls untersch\u00e4tzen darf: auch wenn Deutschland als Produzentenland wenig Einfluss hat, aufseiten des Konsums liegt hier einer der wichtigsten M\u00e4rkte weltweit. Alle Hersteller legen da gerne fr\u00fch ihr Ohr auf das Gleis, um zu h\u00f6ren, was kommt. <a href=\"http:\/\/www.gamestar.de\/\">-&gt;Gamestar<\/a> und <a href=\"http:\/\/www.makinggames.biz\/\">-&gt;making games<\/a> sind da wichtige Horchhilfen.<\/p>\n<p>F\u00fcr die Branche sind die Urteile von Magazinen sogar so wichtig geworden, dass manche Publisher sogar die H\u00f6he der Verg\u00fctung ihrer Studios von dem Wertungsschnitt auf <a href=\"http:\/\/www.metacritic.com\/game\">-&gt;Metacritic<\/a> abh\u00e4ngig machen (siehe <a href=\"http:\/\/kotaku.com\/5893595\/why-are-game-developer-bonuses-based-on-review-scores\">-&gt;Schreier, Jason: Why Are Game Developer Bonuses Based On Review Scores<\/a>, in: <em>Kotaku<\/em> vom 15.3.2012). Kaufen Magazine und Webseiten mehr und mehr Beitr\u00e4ge von Freien Redakteuren hinzu und leisten sich &#8211; nach meiner Einsch\u00e4tzung &#8211; den <strong>Luxus<\/strong> kleiner Redaktionen, so werden eben solche Wertungen schwerer kalkulierbar. Das Renommee einer so zusammengestrichenen Redaktion sinkt und schl\u00e4gt sich auf das Profil ihrer Marke nieder.<\/p>\n<figure id=\"attachment_2769\" aria-describedby=\"caption-attachment-2769\" style=\"width: 500px\" class=\"wp-caption alignright\"><a href=\"https:\/\/www.niconolden.de\/keimling\/wp-content\/uploads\/2016\/09\/Metacritic_PortalGames.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-2769\" src=\"https:\/\/www.niconolden.de\/keimling\/wp-content\/uploads\/2016\/09\/Metacritic_PortalGames.jpg\" alt=\"Abb. Unscheinbares Monster? Sind Wertungsaggregatoren wie MetaCritic wichtige Informationsquellen oder eher doch Fluch f\u00fcr die Branche? (Abb. eigener Screenshot)\" width=\"500\" height=\"347\" srcset=\"https:\/\/www.niconolden.de\/keimling\/wp-content\/uploads\/2016\/09\/Metacritic_PortalGames.jpg 500w, https:\/\/www.niconolden.de\/keimling\/wp-content\/uploads\/2016\/09\/Metacritic_PortalGames-300x208.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 500px) 100vw, 500px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-2769\" class=\"wp-caption-text\">Unscheinbares Monster? Sind Wertungsaggregatoren wie MetaCritic wichtige Informationsquellen oder eher doch Fluch f\u00fcr die Branche? (Abb. eigener Screenshot)<\/figcaption><\/figure>\n<p>Andererseits steigt so das Renommee von zentralen Autoren. Deren individuelle Eignung ist im Zweifel aber schwerer zu \u00fcberblicken, als wenn man auf ein bekanntes Redakteursteam und die Marke von dessen Zeitschrift vertrauen kann. Die seit einigen Jahren zunehmende Praxis schadet also der <strong>Verl\u00e4sslichkeit<\/strong> von Wertungsgrundlagen, und damit den Entwicklern, weil ihre Eink\u00fcnfte davon direkt wegen der Boni via <a href=\"http:\/\/www.metacritic.com\/game\">-&gt;Metacritic<\/a> oder indirekt wegen der Kaufentscheidungen potentieller Kunden abh\u00e4ngen.<\/p>\n<h3>Hintergrundrauschen<\/h3>\n<p>Wenn man an externen Sachverstand denkt, also Experten aus der Wissenschaft etwa oder Praktiker mit Erfahrungen aus der Games-Entwicklung, m\u00fcssen <strong>Freie Autoren<\/strong> nicht per se schlecht sein. Sie liefern Impulse aus ihren Arbeitsgebieten als Spezialisten, die Redakteure nur mit extrem aufw\u00e4ndigen Recherchen selbst aufbereiten k\u00f6nnten. Schwierig wird es da, wo das Alltagsgesch\u00e4ft einer Redaktion zunehmend an Externe \u00fcbertragen wird. Ansonsten sind Honorarkr\u00e4fte kein grunds\u00e4tzliches \u00dcbel.<\/p>\n<p>Im Portfolio der <a href=\"http:\/\/www.gamestar.de\/\">-&gt;Gamestar<\/a> befindet sich geradezu ein Heer von Ex-Mitarbeitern und anderen erfahrenen Beitr\u00e4gern, die \u00fcber enormes Hintergrundwissen aus jahrelanger T\u00e4tigkeit in der Branche verf\u00fcgen. Ihr <strong>Know-How<\/strong>, die Bekanntheit ihrer Namen und treue Fans halten sie nahe an den Epizentren der Branche. Sie schufen ein Hintergrundrauschen, eine breite Szene aus Nachfolgeprojekten &#8211; jenseits von den Institutionen der Magazine. Darunter sind PodCasts, also abrufbare Sendungen \u00e4hnlich eines Radiotalks, Streaming-Angebote etwa via <a href=\"https:\/\/www.twitch.tv\/\">-&gt;Twitch<\/a> und Kan\u00e4le bei <a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/\">-&gt;Youtube<\/a>.<\/p>\n<figure id=\"attachment_2771\" aria-describedby=\"caption-attachment-2771\" style=\"width: 500px\" class=\"wp-caption alignright\"><a href=\"https:\/\/www.niconolden.de\/keimling\/wp-content\/uploads\/2016\/09\/twitch_Streamingportal.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-2771\" src=\"https:\/\/www.niconolden.de\/keimling\/wp-content\/uploads\/2016\/09\/twitch_Streamingportal.jpg\" alt=\"Abb. Ob nun Twitch, Youtube oder andere die Nase vorn haben, ist schwer auszumachen. Zu schnell \u00e4ndert sich die Zusammensetzung der Webangebote im Videostreaming. (Abb. eigener Screenshot)\" width=\"500\" height=\"276\" srcset=\"https:\/\/www.niconolden.de\/keimling\/wp-content\/uploads\/2016\/09\/twitch_Streamingportal.jpg 500w, https:\/\/www.niconolden.de\/keimling\/wp-content\/uploads\/2016\/09\/twitch_Streamingportal-300x166.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 500px) 100vw, 500px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-2771\" class=\"wp-caption-text\">Ob nun Twitch, Youtube oder andere die Nase vorn haben, ist schwer auszumachen. Zu schnell \u00e4ndert sich die Zusammensetzung der Webangebote im Videostreaming. (Abb. eigener Screenshot)<\/figcaption><\/figure>\n<p>Formate gibt es dabei in allen Medienkategorien, ob nun als Bewegbild, Text oder Ton. Seit seinem Abschied beim Magazin gibt sich <a href=\"https:\/\/twitter.com\/siegismund?lang=de\">-&gt;Fabian Siegismund<\/a> in seinem <strong>Projekt<\/strong> <a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/c\/battlebros\">-&gt;BattleBros.<\/a> nebenberuflich seiner Leidenschaft, der <a href=\"https:\/\/www.battlefield.com\/de-de\">-&gt;Battlefield<\/a>-Reihe, hin. Der ehemalige Chefredakteur <a href=\"http:\/\/www.joergspielt.de\/?page_id=10\">-&gt;J\u00f6rg Langer<\/a> betreibt mit <a href=\"http:\/\/www.gamersglobal.de\/\">-&gt;Gamers Global<\/a> ein Textportal f\u00fcr eine erwachsene Perspektive auf digitale Spiele. Neben seiner Medienagentur tr\u00e4gt <a href=\"http:\/\/www.plassma.de\/benedikt-plass-flessenkeamper\/\">-&gt;Benedikt Plass-Fle\u00dfenkemper<\/a> auf der Seite <a href=\"http:\/\/www.spielejournalist.de\/\">-&gt;spielejournalist.de <\/a>&#8211; wie er sagt &#8211; die textlichen Gourmet-St\u00fccke eines gro\u00dfen Autorennetzwerkes zusammen.<\/p>\n<p>Auch im Audiobereich gibt es viel zu entdecken. Ein weiterer ehemaliger Redaktionschef der <a href=\"http:\/\/www.gamestar.de\">-&gt;Gamestar<\/a>, <a href=\"http:\/\/www.gunnarlott.com\/\">-&gt;Gunnar Lott<\/a>, im Netz auch bekannt als <a href=\"https:\/\/twitter.com\/HerrKaliban?lang=de\">-&gt;Herr Kaliban<\/a>, diskutiert sehr h\u00f6renswert mit dem erw\u00e4hnten Christan Schmidt im <strong>Podcast<\/strong> <a href=\"http:\/\/www.stayforever.de\/uber-stay-forever\/\">-&gt;Stay Forever<\/a> Themen der Branche und der Spielkultur aus mehreren Jahrzehnten. Und <a href=\"http:\/\/www.gamespodcast.de\/eine-seite\/\">-&gt;Andr\u00e9 Peschke<\/a>, der 2016 der <a href=\"http:\/\/www.gamestar.de\">-&gt;Gamestar<\/a> seinen R\u00fccken zukehrte, verweilt jetzt regelm\u00e4\u00dfig mit einem weiteren Alumni<a href=\"http:\/\/www.gamespodcast.de\/\"> -&gt;Auf ein Bier<\/a>, dem oben schon genannten Jochen Gebauer, unterh\u00e4lt sich dabei \u00fcber Games und stellt das ganze als <a href=\"https:\/\/soundcloud.com\/andre-peschke\">-&gt;PodCast ins Netz <\/a>(hier via Soundcloud). \u00dcbrigens besch\u00e4ftigten sich beide in ihrem ersten Beitrag 2015 auch schon mit dem (Un)Sinn von Wertungssystemen (siehe -&gt;<a href=\"https:\/\/www.niconolden.de\/keimling\/?p=2667\"><strong>Teil 1 &#8211; Feuilleton gegen Stiftung Warentest<\/strong><\/a>).<\/p>\n<figure id=\"attachment_2778\" aria-describedby=\"caption-attachment-2778\" style=\"width: 500px\" class=\"wp-caption alignright\"><a href=\"https:\/\/www.niconolden.de\/keimling\/wp-content\/uploads\/2016\/09\/StayForever_LottSchmidt.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-2778\" src=\"https:\/\/www.niconolden.de\/keimling\/wp-content\/uploads\/2016\/09\/StayForever_LottSchmidt.jpg\" alt=\"Weise alte M\u00e4nner m\u00fcssen gar keine wei\u00dfen B\u00e4rte tragen. In ihrem PodCast Stay Forever lassen Gunnar Lott und Christian Schmidt an ihrem Branchenwissen teilhaben - mit R\u00fcckblenden auf Klassiker der Spielegeschichte und auf die journalistische Landschaft. (Abb. eigener Screenshot)\" width=\"500\" height=\"360\" srcset=\"https:\/\/www.niconolden.de\/keimling\/wp-content\/uploads\/2016\/09\/StayForever_LottSchmidt.jpg 500w, https:\/\/www.niconolden.de\/keimling\/wp-content\/uploads\/2016\/09\/StayForever_LottSchmidt-300x216.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 500px) 100vw, 500px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-2778\" class=\"wp-caption-text\">Weise alte M\u00e4nner m\u00fcssen gar keine wei\u00dfen B\u00e4rte tragen. In ihrem PodCast Stay Forever lassen Gunnar Lott und Christian Schmidt an ihrem Branchenwissen teilhaben &#8211; mit R\u00fcckblenden auf Klassiker der Spielegeschichte und auf die journalistische Landschaft. (Abb. eigener Screenshot)<\/figcaption><\/figure>\n<p>Zugegeben, die Grenzen zu etablierten Medienformen sind da flie\u00dfend: So finden sich zum Beispiel neben den reinen Podcasts auch klassische Radiobeitr\u00e4ge, die via Web geh\u00f6rt werden k\u00f6nnen. <a href=\"http:\/\/www.tobias-nowak.de\/index.html\">-&gt;Tobias Nowak<\/a> zum Beispiel arbeitet mit seiner Firma <a href=\"http:\/\/www.radiobuehne.de\/\">-&gt;Radiob\u00fchne<\/a> unter Anderem f\u00fcr den WDR die kulturelle Relevanz digitaler Spiele heraus. F\u00fcr den \u00f6sterreichischen Sender <a href=\"http:\/\/fm4.orf.at\/\">-&gt;fm4.orf.at<\/a> produziert <a href=\"http:\/\/videogametourism.at\/users\/robert-glashuettner\">-&gt;Robert Glash\u00fcttner<\/a> mit vergleichbarem <strong>Anspruch<\/strong>. Es ist schwer zu beurteilen, welche Reichweite diese Angebote haben. Mein Eindruck ist jedoch, dass\u00a0 Radioangebote weniger angenommen werden, zumal \u00f6ffentlich-rechtliche Beitr\u00e4ge in der BRD depubliziert werden m\u00fcssen. Das bedeutet, im Gegensatz zu den Podcasts stehen sie oft nur wenige Wochen zur Verf\u00fcgung, weil sich die Privatsender vor der geb\u00fchrenfinanzierten Konkurrenz f\u00fcrchten. Das ist deswegen eine besonders perfide Frechheit, weil die meist seichten, gemainstreamten Privatprogramme nicht einmal planen, vergleichbare Inhalte \u00fcberhaupt anzubieten.<\/p>\n<figure id=\"attachment_2772\" aria-describedby=\"caption-attachment-2772\" style=\"width: 1173px\" class=\"wp-caption alignright\"><a href=\"https:\/\/www.niconolden.de\/keimling\/wp-content\/uploads\/2016\/09\/FM4_ORF.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-2772\" src=\"https:\/\/www.niconolden.de\/keimling\/wp-content\/uploads\/2016\/09\/FM4_ORF.jpg\" alt=\"Abb. Radiobeitr\u00e4ge wie hier bei FM4 vom ORF gibt es ebenfalls, die privaten Podcasts im Branchen-Netzwerk bieten jedoch pers\u00f6nlichere Einblicke in die Spielekultur. (Abb. eigener Screenshot)\" width=\"1173\" height=\"772\" srcset=\"https:\/\/www.niconolden.de\/keimling\/wp-content\/uploads\/2016\/09\/FM4_ORF.jpg 1173w, https:\/\/www.niconolden.de\/keimling\/wp-content\/uploads\/2016\/09\/FM4_ORF-300x197.jpg 300w, https:\/\/www.niconolden.de\/keimling\/wp-content\/uploads\/2016\/09\/FM4_ORF-768x505.jpg 768w, https:\/\/www.niconolden.de\/keimling\/wp-content\/uploads\/2016\/09\/FM4_ORF-1024x674.jpg 1024w\" sizes=\"auto, (max-width: 1173px) 100vw, 1173px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-2772\" class=\"wp-caption-text\">Beitr\u00e4ge im klassischen Radio wie hier bei FM4 vom ORF gibt es ebenfalls, die privaten Podcasts im Branchen-Netzwerk bieten jedoch pers\u00f6nlichere Einblicke in die Spielekultur. (Abb. eigener Screenshot)<\/figcaption><\/figure>\n<p>Die Menge an Informationen jedenfalls, die man an diesen und an vielen anderen Stellen im Netz erh\u00e4lt, ist im Verh\u00e4ltnis zu fr\u00fcher enorm. Dass jetzt so viel Wissen dezentral aufgerufen werden kann, \u00fcberfordert auch, weil ein \u00dcberblick \u00fcber die Angebote schwer zu gewinnen ist.\u00a0 Die gro\u00dfartige <strong>Vielfalt<\/strong> aber liegt vor allem daran, dass technische Schwellen f\u00fcr mediale \u00c4u\u00dferungen von Individuen heutzutage kaum noch existieren. Um finanziell einen Anschub zu erhalten, k\u00f6nnen die Macher solcher Angebote sogar um Unterst\u00fctzung auf Plattformen wie <a href=\"https:\/\/www.patreon.com\/\">-&gt;Patreon<\/a> oder <a href=\"https:\/\/flattr.com\/\">-&gt;Flattr<\/a> bitten.<\/p>\n<p>Das geballte Wissen der genannten Personen w\u00e4re noch vor einem Jahrzehnt im Schlund des nichtmedialen Raumes versunken. Heute k\u00f6nnen sie sich alle \u00e4u\u00dfern, ohne daf\u00fcr gleich auf ein eigenes Magazin angewiesen zu sein &#8211; eine kaum zu \u00fcbersch\u00e4tzende kulturelle <strong>Errungenschaft<\/strong>, wie ich finde. Da ist es zu verschmerzen, wenn man von den zahlreichen Angeboten nicht alle kennt oder nicht alle Inhalte zu konsumieren schafft. Vor Kurzem h\u00e4tte es sie alle nicht gegeben.<\/p>\n<h3>Visualisierung<\/h3>\n<p>Was allerdings fehlt, ist eine effiziente M\u00f6glichkeit, diese Angebote besser im Web zu sortieren und zu kanalisieren, um sie besser zu finden und die Spreu vom Weizen zu trennen. Qualitativ ordentliche journalistische Arbeit zu finden, funktioniert hier h\u00e4ufig nur \u00fcber soziale Netzwerke. Abgesehen von besseren Webverzeichnissen, am Besten automatisch etwa durch Meta-Crawler aktualisiert, m\u00fcsste in <strong>Werkzeuge<\/strong> zur Bew\u00e4ltigung dieser Flut im Netz deutlich mehr Grips investiert werden. W\u00e4re das nicht mal eine interessante Aufgabe f\u00fcr ein Fraunhofer-Institut oder die technischen und angewandten Hochschulen? Vielleicht m\u00fcssten Suchmaschinen solche Netzwerke eher r\u00e4umlich visualisieren, damit man einen sinnvollen \u00dcberblick gewinnen kann. Da hat mich bislang noch keine L\u00f6sung \u00fcberzeugen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Visualisierung ist jedoch eine gute \u00dcberleitung dazu, was eine gro\u00dfe Herausforderung f\u00fcr den Printsektor, grunds\u00e4tzlich aber f\u00fcr alle textbasierten Angebote darstellt. Seit Jahren boomen Plattformen f\u00fcr Video-On-Demand oder Streaming, die das Bewegtbild als <strong>Allheilmittel<\/strong> propagieren. Dass textliche Formate oder Audioangebote auch ihren Stellenwert haben, wenn man sich deren mediale Eigenschaften genauer ansieht und zielgerichtet f\u00fcr geeignete Zwecke verwendet, wird dort h\u00e4ufig nicht reflektiert. Die dortigen Formate, die Spiele betreffen, haben zudem h\u00e4ufig Urheber, die g\u00e4nzlich anders f\u00fcr ihre T\u00e4tigkeit sozialisiert wurden als \u00fcber den klassischen Journalismus zu digitalen Spielen. <\/p>\n<p>Der folgende Teil wird daher diskutieren, wie die <strong>Youtubisierung<\/strong> auf das spielekulturelle Spektrum wirkt und welche Chancen sich f\u00fcr Videokan\u00e4le ergeben &#8211; bis hin zur Enstehung von ganzt\u00e4gigen Fernsehformaten an herk\u00f6mmlichen TV-Institutionen vorbei.<\/p>\n<hr \/>\n<p>weiter zu <a href=\"https:\/\/www.niconolden.de\/keimling\/?p=2753\"><strong>Teil 5 &#8211; Die Youtubisierung des Abendlandes<\/strong><\/a><\/p>\n<hr \/>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Teil 4 &#8211; Netzwerk-Knoten Schon lange hatte ich geplant, dem Spielejournalismus in seinen verschiedenen Formen, einen umfassenden Beitrag zu widmen. 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