{"id":2721,"date":"2016-09-16T14:15:05","date_gmt":"2016-09-16T12:15:05","guid":{"rendered":"http:\/\/www.niconolden.de\/keimling\/?p=2721"},"modified":"2016-11-15T00:03:58","modified_gmt":"2016-11-14T22:03:58","slug":"kommentar-gibts-das-auch-als-film-teil-3","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.niconolden.de\/keimling\/?p=2721","title":{"rendered":"KOMMENTAR: Gibt&#8217;s das auch als Film? (Teil 3)"},"content":{"rendered":"<h3 class=\"headline_sub\">Teil 3 &#8211; Der digitale Tsunami<\/h3>\n<hr \/>\n<address>Schon lange hatte ich geplant, dem <strong>Spielejournalismus<\/strong> in seinen verschiedenen Formen, einen umfassenden Beitrag zu widmen. Der Artikel sollte vor allem die gegenw\u00e4rtige Lage der Redakteure und TV-Produzenten kommentieren &#8211; mit einem Schwerpunkt im deutschsprachigen Raum. In j\u00fcngster Zeit brechen sich nun zahlreiche Entwicklungen Bahn, welche dem Spielejournalismus rasant ein neues Gesicht verleihen.<\/address>\n<address>Es ist h\u00f6chste Zeit, dass mein Blog in einen <strong>Rundumschlag<\/strong> den gegenw\u00e4rtigen Status zusammenfasst. Angesichts der Vielzahl von Ver\u00e4nderungen konnte dieser \u00dcberblick nur sehr lang werden. Daher erscheinen im Abstand von wenigen Tagen mehrere Blogbeitr\u00e4ge zu verschiedenen Facetten. Die Serie schlie\u00dft mit einer Bewertung der j\u00fcngsten Ver\u00e4nderungen und einem ebenso vorsichtigen wie gewagten Ausblick.<\/address>\n<div><a href=\"https:\/\/www.niconolden.de\/keimling\/?p=2667\"><strong>Teil 1 &#8211; Feuilleton gegen Stiftung Warentest<\/strong><\/a><br \/>\n<a href=\"https:\/\/www.niconolden.de\/keimling\/?p=2706\"><strong>Teil 2 &#8211; Altlast des Objektivismus<\/strong><\/a><br \/>\n<a href=\"https:\/\/www.niconolden.de\/keimling\/?p=2721\"><strong>Teil 3 &#8211; Der digitale Tsunami<\/strong><\/a><br \/>\n<a href=\"https:\/\/www.niconolden.de\/keimling\/?p=2728\"><strong>Teil 4 &#8211; Netzwerk-Knoten<\/strong><\/a><br \/>\n<a href=\"https:\/\/www.niconolden.de\/keimling\/?p=2753\"><strong>Teil 5 &#8211; Die Youtubisierung des Abendlandes<\/strong><\/a><br \/>\n<strong>Teil 6 &#8211; Ein vorsichtiger Ausblick (folgt)<\/strong><\/div>\n<hr \/>\n<h3>In der Brandung<\/h3>\n<p>Die allgegenw\u00e4rtige soziale Kommunikation hat nicht nur dazu gef\u00fchrt, dass sich Objektivisten zusammen rotten k\u00f6nnen und mit ihren vereinfachten Haltungen die digitale Welt korrumpieren. Grunds\u00e4tzlich schlug die Digitalisierung wie eine <strong>Dampframme<\/strong> in alle gesellschaftlich und wirtschaftlich relevanten Bereiche ein. Der Journalismus verlor seine Torw\u00e4chterfunktion \u00fcber Wissen und Meinungen und musste sich gegen eine nie gekannte Meinungsvielfalt behaupten. Wohl gemerkt: &#8222;Meinungen&#8220; &#8211; die sind nicht immer dasselbe wie wohl\u00fcberlegte Argumente.<\/p>\n<p>Von jeher hatten es im deutschsprachigen Raum Magazine nicht leicht, die digitale Spiele umfassender mit ihrer <strong>Spielekultur<\/strong> betrachteten &#8211; und nicht nur ihre Mechanik und Technik wie bei einem aufgebockten Auto. Nun aber, mit dem Anschwellen der digitalen Flut wurde es nicht unbedingt einfacher, sich standfest im durchger\u00fcttelten Markt zu behaupten. Auflagen sanken, Werbekunden verschwanden ins Netz, gr\u00fcndlich recherchierte Informationen gerieten ins Hintertreffen gegen\u00fcber Nachrichtenschnipseln, die sich rasend schnell verbreiteten. Jeder scheint seither das Gef\u00fchl zu haben, schreiben, filmen und vertonen zu k\u00f6nnen &#8211; und das ganz ohne Ausbildung. Donnerwetter.<\/p>\n<p>Davon betroffen waren zahlreiche Magazine. Einige suchten nach Wegen, gegen die <strong>Brecher<\/strong> der Str\u00f6mung zu steuern &#8211; mit unterschiedlichen Ans\u00e4tzen und unterschiedlichem Erfolg. Dieser Teil der Beitragsreihe befasst sich daher mit ein paar ausgew\u00e4hlten Schlaglichtern, die sich mal mehr, mal weniger gut in der Brandung behaupteten&#8230;<\/p>\n<figure id=\"attachment_2740\" aria-describedby=\"caption-attachment-2740\" style=\"width: 500px\" class=\"wp-caption alignright\"><a href=\"https:\/\/www.niconolden.de\/keimling\/wp-content\/uploads\/2016\/09\/GEE_CollageTitelbilder.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-2740 size-full\" src=\"https:\/\/www.niconolden.de\/keimling\/wp-content\/uploads\/2016\/09\/GEE_CollageTitelbilder.png\" alt=\"gee_collagetitelbilder\" width=\"500\" height=\"619\" srcset=\"https:\/\/www.niconolden.de\/keimling\/wp-content\/uploads\/2016\/09\/GEE_CollageTitelbilder.png 500w, https:\/\/www.niconolden.de\/keimling\/wp-content\/uploads\/2016\/09\/GEE_CollageTitelbilder-242x300.png 242w\" sizes=\"auto, (max-width: 500px) 100vw, 500px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-2740\" class=\"wp-caption-text\">Das Hamburger Magazin GEE war lange ein Vorzeigemodell f\u00fcr einen soziokulturell aufgeschlossenen Umgang mit digitalen Spielen &#8211; bis der digitale Tsunami sie hinwegfegte. (Abb.: eigenes Foto)<\/figcaption><\/figure>\n<p><!--more--><\/p>\n<h3>App-geh\u00e4ngt<\/h3>\n<p>In den zweitausender Jahren stand f\u00fcr spielekulturellen Journalismus etwa das <a href=\"http:\/\/www.geemag.de\/\">-&gt;GEE Magazin<\/a> aus Hamburg. Seine Redaktion verfolgte ein dreiteiliges Konzept, in dem <span style=\"text-decoration: underline;\">G<\/span>ames, die <span style=\"text-decoration: underline;\">E<\/span>ntertainment-Branche und kulturelle sowie bildende <strong>Aspekte<\/strong> (<span style=\"text-decoration: underline;\">E<\/span>ducation) zusammen r\u00fcckten. Die Redakteur besprachen Fachliteratur ebenso wie Lernsoftware und Kunstprojekte, diskutierten aber auch aktuelle Spieletitel. Auf hochwertigem Papier strahlten einfallsreiche Layouts und kluge Beitr\u00e4ge, die tiefer gingen und differenzierter waren als alles andere am Markt.<\/p>\n<p>Leider waren die Abozahlen und Abverk\u00e4ufe dann zwar selbsterhaltend, aber eher m\u00e4\u00dfig. Eine vermeindlich erfolgversprechende \u00c4nderung des Gesch\u00e4ftsmodelles fuhr das Magazin schlie\u00dflich ab 2011 vor die Wand. Im Zuge des aufkommenden <a href=\"http:\/\/www.apple.com\/itunes\/\">-&gt;App-Store<\/a>s von <a href=\"http:\/\/www.apple.com\/\">-&gt;Apple<\/a> wurde das Printmagazin bis auf ein paar sporadische Ausgaben quasi eingestellt, und durch eine <strong>Bezahl-App<\/strong> ersetzt. Deren technische Basis gewann damals Preise und versprach das Tor zur Zukunft zu \u00f6ffnen.<\/p>\n<dl id=\"attachment_2408_39g6\" class=\"wp-caption alignleft\" style=\"width: 510px;\">\n<dt class=\"wp-caption-dt\">httpvh:\/\/youtu.be\/zoxO7b-2aW0<\/dt>\n<dd class=\"wp-caption-dd\">Bald nach den ersten Gehversuchen 2011 erschien das GEE Magazin nur noch als App-Variante &#8211; und verprellte damit zahlreiche Kunden. (Der Spot zum Launch vom neuen GEE | Kanal Love For Games by GEE via Youtube)<\/dd>\n<\/dl>\n<p>Ich befand mich in der damaligen <a href=\"https:\/\/twitter.com\/games_rv\">-&gt;Ringvorlesung Games<\/a> in Hamburg, wo das Management der <a href=\"http:\/\/www.geemag.de\/\">-&gt;GEE<\/a> sich f\u00fcr ihren &#8222;genialen Einfall&#8220; feiern lie\u00df. Ich war damals &#8211; gelinde gesagt &#8211; schockiert. Als langj\u00e4hriger Leser merkte ich gegen\u00fcber den Referenten an, ob sie ernsthaft erwarten w\u00fcrden, dass ich neben anderen Kunden auf Apple-Ger\u00e4te umsteigen w\u00fcrde, nur um die <a href=\"http:\/\/www.geemag.de\/\">-&gt;GEE<\/a> weiter auf einer <strong>App<\/strong> lesen zu k\u00f6nnen. Etwas schnippisch entgegneten sie, dass man sich nicht auf alle Kundenw\u00fcnsche einstellen k\u00f6nne. Eine Android-App sei wegen fehlender Standards zu aufw\u00e4ndig und daher nicht geplant. Im Digitalbereich liege jedoch die Zukunft. Mit diesem Schritt lag nicht nur aus heutiger, sondern auch aus damaliger Sicht ihre Zukunft hinter ihnen.<\/p>\n<h3>Freier<\/h3>\n<p>Dass die <a href=\"http:\/\/www.geemag.de\/\">-&gt;GEE<\/a> mittlerweile tot und der Webauftritt kaum mehr als eine Archivseite ist, hat nur zum Teil mit ihrer spielekulturellen Ausrichtung zu tun. Dass die Abozahlen jedoch von Anfang an \u00fcberschaubar waren, fu\u00dfte auch in der <strong>Geisteshaltung<\/strong> der m\u00f6glichen Kunden. Deren Probleme f\u00fchrte Teil 2 der Reihe aus. Wer technische Reports mit Zahlenwertung und Kaufempfehlung erwartet, dem scheint der Blick f\u00fcr spielekulturelle Fragen zu fehlen.<\/p>\n<p>Solche Faktensammlungen allerdings kann sich mittlerweile jeder in f\u00fcnf Minuten aus Webseiten und Blogs zu Spieletests zusammenklicken. Auch ein Magazin wie die <a href=\"http:\/\/www.gamestar.de\/\">-&gt;Gamestar<\/a> kann diesem Trend nichts entgegen setzen, schon gar nicht in Sachen <strong>Aktualit\u00e4t<\/strong>. Mich \u00e4rgert als Abonnenten schon seit Jahren, dass ich zwar f\u00fcr das Printabo bezahle, auf der Webseite allerdings Videos und viele Artikel bereits vor der Druckversion ver\u00f6ffentlicht werden. Um es positiv zu wenden: der zugeh\u00f6rigen Webseite gelingt es also schon besser, aktuell zu sein. Ein Merkmal der Alleinstellung ist es gegen\u00fcber einem Meer an Blogseiten dennoch nicht.<\/p>\n<figure id=\"attachment_2732\" aria-describedby=\"caption-attachment-2732\" style=\"width: 500px\" class=\"wp-caption alignright\"><a href=\"https:\/\/www.niconolden.de\/keimling\/wp-content\/uploads\/2016\/09\/Gamestar_PlusServiceWeb.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-2732\" src=\"https:\/\/www.niconolden.de\/keimling\/wp-content\/uploads\/2016\/09\/Gamestar_PlusServiceWeb.jpg\" alt=\"Wie zur Zeit bei vielen anderen Webpr\u00e4senzen von Printmagazinen wanderten mit dem Service Gamestar Plus einige Online-Inhalte hinter eine Paywall. (Abb. eigener Screenshot)\" width=\"500\" height=\"332\" srcset=\"https:\/\/www.niconolden.de\/keimling\/wp-content\/uploads\/2016\/09\/Gamestar_PlusServiceWeb.jpg 500w, https:\/\/www.niconolden.de\/keimling\/wp-content\/uploads\/2016\/09\/Gamestar_PlusServiceWeb-300x199.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 500px) 100vw, 500px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-2732\" class=\"wp-caption-text\">Wie zur Zeit bei vielen anderen Webpr\u00e4senzen von Printmagazinen wanderten mit dem Service Gamestar Plus einige Online-Inhalte hinter eine Paywall. (Abb. eigener Screenshot)<\/figcaption><\/figure>\n<p>Zus\u00e4tzlich setzte in den 2000ern ein anderer Trend ein. Feste Redaktionsteams wandelten sich aufgrund von Einsparungspl\u00e4nen immer mehr in eine Armee von Freien Mitarbeitern. Dieser allgemeine Trend im Print- und Onlinebereich &#8211; das wird von den Rechenf\u00fcchsen in Verlagen zu gern \u00fcbersehen &#8211; gibt jedoch die <strong>Kernkompetenz<\/strong> solcher Magazine preis. Denn die lag und liegt bei festen angestellten Redakteuren mit langj\u00e4hriger Erfahrung.<\/p>\n<p>Rezensenten wie Michael Graf, Petra Schmitz oder Michael Obermeier sind mit ihrer Erfahrung und mit ihrem <strong>Renomm\u00e9<\/strong> bei Spielern und in der Branche das wichtigste Kapital des Printsektors. Ihre Kenntnisse und ihr Schreibtalent werden durch rein deskriptive spieltechnische Berichte schlicht verschwendet. Als Christian Schmidt 2011 zornig die Redaktion verlie\u00df, zielte ein wesentlicher Teil seiner Kritik am deutschen Spielejournalismus eben in diese Richtung (siehe <a href=\"http:\/\/bit.ly\/2aNYtdQ\">-&gt;Schmidt, Christian: Mehr Geist, liebe Games-Tester<\/a>, in: Spiegel Online, 6.9.2011).<\/p>\n<h3>Flutschutzmauern<\/h3>\n<p>Die britische <a href=\"http:\/\/www.gamesradar.com\/edge\/\">-&gt;Edge<\/a> h\u00e4lt sich zum Beispiel seit Jahren nur deswegen als gedrucktes Magazin erfolgreich im angloamerikanischen Markt, weil es auf eine herausragende Redaktion zur\u00fcckgreifen kann. Fast alle ehemaligen Printmagazine sind dort mittlerweile eingestellt oder fristen ihr Dasein als <strong>Blogprojekte<\/strong>. Darunter sind sehr wichtige Adressen wie <a href=\"https:\/\/www.rockpapershotgun.com\/\">-&gt;RockPaperShotgun<\/a> oder <a href=\"http:\/\/kotaku.com\/\">-&gt;Kotaku<\/a>, vergleichbare Ertr\u00e4ge wie fr\u00fchere Magazine d\u00fcrften sie jedoch nicht erwirtschaften. Selbst die internationale Entwicklerzeitschrift <a href=\"https:\/\/en.wikipedia.org\/wiki\/Game_Developer_(magazine)\">-&gt;Game Developer Mag<\/a> der <a href=\"http:\/\/www.gdcvault.com\/\">-&gt;Games Developer Conference (GDC)<\/a> ging 2013 im Blog <a href=\"http:\/\/www.gamasutra.com\/\">-&gt;Gamasutra<\/a> auf.<\/p>\n<p>Ein Albtraum ist das f\u00fcr uns Historiker, drohen doch die meisten Inhalte damit fr\u00fcher oder sp\u00e4ter in den Orkus der Geschichte zu verschwinden. Als popul\u00e4rkulturelle Erzeugnisse werden solche Printmagazine von Bibliotheken nicht im Bestand behalten und von <strong>Archive<\/strong>n nicht als bewahrenswert betrachtet. Da schon die digitalen Spielerfahrungen oder die Datentr\u00e4ger kaum bewahrbar sind, w\u00fcnscht man sich doch wenigstens die journalistischen Beitr\u00e4ge \u00fcber die Spiele archivieren zu k\u00f6nnen. Immerhin ver\u00f6ffentlicht das Blog <a href=\"http:\/\/www.gamasutra.com\/topic\/game-developer\">-&gt;Gamasutra<\/a> eine Auswahl \u00e4lterer Beitr\u00e4ge der Entwicklerzeitschrift nach und nach erneut. Auch an anderer Stelle bem\u00fchen sich einzelne Webseiten, diese \u00dcberlieferung zu bewahren, von einer systematischen Archivierung sind wir jedoch weit entfernt.<\/p>\n<figure id=\"attachment_2742\" aria-describedby=\"caption-attachment-2742\" style=\"width: 500px\" class=\"wp-caption alignright\"><a href=\"https:\/\/www.niconolden.de\/keimling\/wp-content\/uploads\/2016\/09\/EDGE_Covers_klein.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-2742\" src=\"https:\/\/www.niconolden.de\/keimling\/wp-content\/uploads\/2016\/09\/EDGE_Covers_klein.jpg\" alt=\"Einen hohen Ma\u00dfstab f\u00fcr die spielekulturelle Ausrichtung eines Magazins setzt die britische Edge. (Abb. eigenes Foto)\" width=\"500\" height=\"327\" srcset=\"https:\/\/www.niconolden.de\/keimling\/wp-content\/uploads\/2016\/09\/EDGE_Covers_klein.jpg 500w, https:\/\/www.niconolden.de\/keimling\/wp-content\/uploads\/2016\/09\/EDGE_Covers_klein-300x196.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 500px) 100vw, 500px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-2742\" class=\"wp-caption-text\">Einen hohen Ma\u00dfstab f\u00fcr die spielekulturelle Ausrichtung eines Magazins setzt die britische Edge. (Abb. eigenes Foto)<\/figcaption><\/figure>\n<p>Die Redakteure der <a href=\"http:\/\/www.gamesradar.com\/edge\/\">-&gt;Edge<\/a> bleiben zwar im Hintergrund, denn die Beitr\u00e4ge werden ohne Namen ver\u00f6ffentlicht. Zur Profilierung des Magazins schillern dagegen die Meinungen von mehreren st\u00e4ndigen Kolumnisten, die einen Namen in der Branche haben. F\u00fcr die qualitativ saubere <strong>Gesamtpackung<\/strong> steht die Redaktion insgesamt ein. Das ansprechend und einfallsreich designte Magazin teilt sich grob in Tests und Previews, spielekulturelle Berichte und einen erheblichen Teil von und f\u00fcr Entwickler. F\u00fcr Profis wie auch normale Leser bieten die Beitr\u00e4ge zudem verst\u00e4ndliche Einblicke in die Arbeitskultur und den Projektalltag der Branche. Das Rezept tr\u00e4gt noch so gut, dass das Magazin zugunsten des Heftes sogar die eigene Webseite eingestellt hat &#8211; ein echter Kontrapunkt im ansonsten blogifizierten Markt.<\/p>\n<h3>Ein deutsches \u00c4quivalent?<\/h3>\n<p>In Deutschland ist der Spielejournalismus dagegen nicht so soziokulturell aufgestellt. Seit das <a href=\"http:\/\/www.geemag.de\/\">-&gt;GEE Magazin<\/a> bedeutungslos wurde, hat sich nur ein Projekt eher der kulturellen Bedeutung von digitalen Spielen angenommen. In seinem Bookazine <a href=\"https:\/\/wasd-magazin.de\/\">-&gt;WASD<\/a> f\u00fchrt Herausgeber Christian Schiffer ein Mal im Jahr einige Journalisten, Wissenschaftler, K\u00fcnstler und Youtuber zu einem <strong>Themenbuch<\/strong> zusammen. <a href=\"https:\/\/wasd-magazin.de\/shop\/print-ausgaben\/40\/wasd-09?c=10\">-&gt;Ausgabe 9<\/a> etwa befasste sich 2016 unter dem Titel &#8222;Once Upon a Game&#8220; mit verschiedenen Gedanken \u00fcber das Erz\u00e4hlen in digitalen Spielen. Einen stringent journalistischen Faden durch die B\u00e4nde gibt es nicht. Hier treffen kluge philosophische Betrachtungen auf Wissenschaftliches, Spieletests auf Psychospielchen, \u00e4sthetische Essays auf Kindheitserinnerungen. So spannend ich diese Bookazines auch finde, erreichen die dortigen freigeistigen Beitr\u00e4ge nur selten das Format eines Magazins wie der <a href=\"http:\/\/www.gamesradar.com\/edge\/\">-&gt;Edge<\/a>.<\/p>\n<figure id=\"attachment_2743\" aria-describedby=\"caption-attachment-2743\" style=\"width: 500px\" class=\"wp-caption alignright\"><a href=\"https:\/\/www.niconolden.de\/keimling\/wp-content\/uploads\/2016\/09\/WASD_Covers_klein.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-2743\" src=\"https:\/\/www.niconolden.de\/keimling\/wp-content\/uploads\/2016\/09\/WASD_Covers_klein.jpg\" alt=\"Im Buchformat pr\u00e4sentiert das Bookazine WASD ein buntes Programm zwischen Wissenschaft, Spielerezension und k\u00fcnstlerischen Textexperimenten. (Abb. eigenes Foto)\" width=\"500\" height=\"385\" srcset=\"https:\/\/www.niconolden.de\/keimling\/wp-content\/uploads\/2016\/09\/WASD_Covers_klein.jpg 500w, https:\/\/www.niconolden.de\/keimling\/wp-content\/uploads\/2016\/09\/WASD_Covers_klein-300x231.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 500px) 100vw, 500px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-2743\" class=\"wp-caption-text\">Im Buchformat pr\u00e4sentiert das Bookazine WASD ein buntes Programm zwischen Wissenschaft, Spielerezension und k\u00fcnstlerischen Textexperimenten. (Abb. eigenes Foto)<\/figcaption><\/figure>\n<p>Umso sch\u00f6ner, dass die deutsche <a href=\"http:\/\/www.gamestar.de\">-&gt;Gamestar<\/a> sich seit zwei Jahren st\u00e4rker in eine solche Richtung entwickelt. Auch wenn sie in ihren Tests noch nicht von einem Wertungssystem lassen kann, das wie ein riesiges Lesezeichen eine ganze Textspalte blockiert, f\u00fcllen nun freie Autoren und eigene Mitarbeiter den Magazinteil mit faszinierend detaillierten, teils die Ausgaben \u00fcbergreifenden <strong>Reportagen<\/strong>. Die Geschichte der Strategiespiele wird darin ebenso behandelt (#6 u. 7\/2016) wie das Verh\u00e4ltnis von Religion und Spielen (#2 u. 3\/2016), Einblicke in die Entwicklung eines Studios wie <a href=\"http:\/\/www.idsoftware.com\/de-de\/\">-&gt;id Software<\/a> (#3\/2016) oder pers\u00f6nliche Interviews wie mit dem Sch\u00f6pfer von Civilization, Sid Meier (#07\/2016). Die Ausgaben #8 und #9\/2016 bieten endlich einen Zweiteiler zur Inszenierung von Geschichte in digitalen Spielen &#8211; auch wenn dort bedauerlich war, dass der wissenschaftliche Diskurs nur einseitig wiedergegeben wird.<\/p>\n<figure id=\"attachment_2734\" aria-describedby=\"caption-attachment-2734\" style=\"width: 500px\" class=\"wp-caption alignright\"><a href=\"https:\/\/www.niconolden.de\/keimling\/wp-content\/uploads\/2016\/09\/Gamestar9_16_GeschichteLernenReport.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-2734\" src=\"https:\/\/www.niconolden.de\/keimling\/wp-content\/uploads\/2016\/09\/Gamestar9_16_GeschichteLernenReport.jpg\" alt=\"Das Spektrum der Themen und die Tiefgr\u00fcndigkeit der l\u00e4ngeren Reportagen haben den Schwerpunkt der Gamestar in den letzten Jahren deutlich in Richtung Spielekultur verschoben. Begr\u00fc\u00dfenswert, wie ich finde. (Abb. eigenes Foto)\" width=\"500\" height=\"357\" srcset=\"https:\/\/www.niconolden.de\/keimling\/wp-content\/uploads\/2016\/09\/Gamestar9_16_GeschichteLernenReport.jpg 500w, https:\/\/www.niconolden.de\/keimling\/wp-content\/uploads\/2016\/09\/Gamestar9_16_GeschichteLernenReport-300x214.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 500px) 100vw, 500px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-2734\" class=\"wp-caption-text\">Das Spektrum der Themen und die Tiefgr\u00fcndigkeit der l\u00e4ngeren Reportagen haben den Schwerpunkt der Gamestar in den letzten Jahren deutlich in Richtung Spielekultur verschoben. Begr\u00fc\u00dfenswert, wie ich finde. (Abb. eigenes Foto)<\/figcaption><\/figure>\n<p>Hintergrundberichte in langen Z\u00fcgen zu verfassen, scheint mir genau die richtige <strong>Strategie<\/strong> zu sein. Einen Test mit einer Zahlenwertung kann jeder wortgewandte Zw\u00f6lfj\u00e4hrige verfassen, die Magazintexte jedoch leben von der Schreibe ihrer Autoren und ihrer jahre- teils jahrzehntelangen Expertise im Feld digitaler Spiele. Jeder von ihnen ist Spezialist f\u00fcr bestimmte Genres oder spielekulturelle Aspekte. Ihr Umfeld von gut informierten Lesern verschafft ihnen die notwendige Basis, um fachlich hochwertige Langzeitreportagen zu platzieren.<\/p>\n<h3>Das Netz im Netz<\/h3>\n<p>Schaut man sich die Liste von Freien Mitarbeitern genauer an, bilden sie mittlerweile ein enormes Netzwerk talentierter und kompetenter Menschen. Die Blogkultur und das <strong>Geflecht<\/strong> von Podcasts sowie die Produzenten von Videoshows sind im Netz kaum zu \u00fcberblicken. Man muss sich schon m\u00fchevoll und mit viel Zeit und Geduld durch die Sozialen Netzwerke arbeiten, um das Gef\u00fcge zu entdecken. Der folgende Teil nimmt daher diese Netzwerke unter die Lupe.<\/p>\n<hr \/>\n<p>weiter zu a href=&#8220;https:\/\/www.niconolden.de\/keimling\/?p=2728&#8243;><strong>Teil 4 &#8211; Netzwerk-Knoten<\/strong><\/a><\/p>\n<hr \/>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Teil 3 &#8211; Der digitale Tsunami Schon lange hatte ich geplant, dem Spielejournalismus in seinen verschiedenen Formen, einen umfassenden Beitrag zu widmen. Der Artikel sollte vor allem die gegenw\u00e4rtige Lage der Redakteure und TV-Produzenten kommentieren &#8211; mit einem Schwerpunkt im deutschsprachigen Raum. In j\u00fcngster Zeit brechen sich nun zahlreiche Entwicklungen Bahn, welche dem Spielejournalismus rasant &hellip; <a href=\"https:\/\/www.niconolden.de\/keimling\/?p=2721\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">KOMMENTAR: Gibt&#8217;s das auch als Film? 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